Buntnessel – alles andere als altmodisch

Bei den Ziernesseln scheiden sich die Geister, die einen mögen sie sehr und sammeln sogar die verschiedensten Variationen bis zu denen die sie gar nicht mögen. Wenn sie richtig in Szene gesetzt wird, ist sie alles andere als eine „Omapflanze“.

Sie führt den Zungenbrechernamen Solenostemon scutellarioides, häufig wird sie aber noch unter dem alten Namen Coleus blumei geführt. Auch die deutsche Bezeichnung variiert, manchmal als Buntnessel, Ziernessel oder Flammennessel benannt.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist sie bei uns in Kultur und war bis vor wenigen Jahren eher als altmodische Pflanze auf der Fensterbank bekannt. Auf der Suche um Strukturpflanzen für Sommerkübel und Mischpflanzungen wird sie jetzt wieder mehr in den Fokus gerückt. Es gibt sie in vielen verschiedenen Blattformen und -farben.

Dieses Jahr hab ich mir im Frühjahr eine Pflanze gekauft, weil mir das besondere Blatt dieser Sorte aufgefallen ist und ich Pflanzen mag die vor allem durch ihr Blatt wirken und nicht durch die Blüte.

Buntnessel ‚Inky Fingers‘ – Solenostemon scutellarioides

Sie hat einen Platz an meiner Küchenterrasse bekommen. Gerade wenn eine Pflanze sehr „unruhige“ Blätter wie diese Buntnessel hat, gefällt sie mir am besten wenn sie einen Soloauftritt bekommt. Sie ist in Süd-Ostasien zuhause und wächst dort an Flussufern und Waldrändern.

Tipps zur Kultivierung

Weil diese Pflanzen ganz leicht zum vermehren sind, hab ich mir im Frühjahr gleich ein paar Stecklinge davon genommen. Einfach in ein Glas mit Wasser stellen und innerhalb ein paar Tagen entwickeln sich die ersten Wurzeln. Außerdem erreicht man durch das einkürzen einen kompakteren Wuchs und hat in ein paar Wochen mehrere schöne Pflanzen.

Buntnesseln werden im Handel als Saisonpflanzen angeboten die im Herbst weggeworfen werden. Ab 7 Grad stellt sie das Wachstum ein und verträgt keine Minusgrade. Wenn ihr über den Winter im Haus ein nicht zu warmer Platz geboten wird kann sie gut überwintert werden.

Die Pflanzen sind im Herbst bereits ziemlich groß, sie werden über einen halben Meter hoch. Entweder man schneidet sie zum überwintern zu einer kompakten Pflanze zurück oder es können auch jetzt noch Stecklinge genommen werden, damit sie als kleines Pflänzchen eher einen Platz im Haus findet.

Die Buntnessel läßt sich leicht kultivieren. Wenn sie jährlich in frische Erde getopft wird benötigt sie nur wenig Düngung und verzeiht es sogar wenn man es ganz bleiben läßt.

Sie mag es nicht zu sonnig aber auch nicht zu schattig. Bei zu viel Schatten verliert sie die Farben, wenn sie in der Mittagsonne steht können ihre Blätter darunter leiden.

Reglemäßig soll gegossen werden, die Oberfläche der Erde darf aber ruhig abtrocknen zwischen dem Gießen. Die Pflanze mag am liebsten eine beständige Feuchte ohne große Schwankungen.

Ab August hat sie bei mir zum blühen begonnen. Das ist häufig nicht erwünscht weil die Blüte oft in Mischpflanzungen als störend empfunden wird. Mir gefällt sie aber am besten in ihrem natürlichen Habitus. Ihre blauen Lippenblüten sind ein schöner Kontrast und passen wunderschön in das grüne Umfeld.

Richtig in Szene gesetzt sind diese Buntnesseln eine Bereicherung für den Garten und alles andere als langweillig. Sie gefallen mir am besten wenn sie in einer tropisch und grün anmutenden Kombination  wachsen dürfen.  Weniger gefällt es mir wenn sie in  buntquitschigen Massenanpflanzungen stehen wie es häufig im öffentlichen Raum zu sehen ist. Ich glaube das ist auch der Grund warum diese Pflanze manchmal eher abschreckt als gefällt. Eigentlich schade!

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4 Gedanken zu “Buntnessel – alles andere als altmodisch

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