Sommerzeit ist oft Hungerzeit für Bienen und Co

Gerade jetzt im Sommer müssen wir an Bienen und Co denken. Im Frühjahr finden sie zumeist reichlich Pollen- und Nektarspender aber im Sommer reduziert sich die Blütenvielfalt in der Natur.

Warum ist Sommerzeit oft Hungerzeit für Bienen und Co?

Weshalb blüht eine Pflanze? Um für Nachkommen zu sorgen, sprich Samen. Daß wir uns an ihren Blüten erfreuen können, ist nur ein Nebeneffekt. In unseren Breitengraden beginnen die meisten Pflanzen mit der Blüte früh im Jahr, damit der Samen auch bis zum Saisonende ausgereift ist. Bestes Beispiel sind unsere Obstbäume, in der Natur wären die Früchte in erster Linie als Samenhülle für die Arterhaltung da und erst dann zur Nahrung als Verbreitungsweg. Und so ist es ganz normal, daß vieles in der Natur bereits abgeblüht hat.

Außerdem gibt es leider nicht mehr viele Wiesen die blühen dürfen, erstens weil sie meist gedüngt sind um mehr Grasmasse zu erreichen und dadurch kaum blühende Pflanzen darin vorkommen. Und vor allem weil sie ständig gemäht werden bevor die paar Pflanzen überhaupt zur Blüte kommen. Oder auch, daß es mittlerweile kaum mehr blühende Naturrandstreifen an Feldern und Wälder gibt.

Was können wir tun?

Jetzt sind wir dran! In unseren Gärten aber auch auf jedem Balkon können wir Pflanzen hegen die gerade im Sommer für unsere Insekten als Nahrungsquelle dienen.

Wildpflanzen im Garten

In meinem Garten ist der Rasen eher eine kurz geschnittene Unkrautwiese. Ab Juli reduziere ich die Mähintervalle und laß Blüteninseln stehen, damit Pflanzen zur Blüte kommen können.

Kleine Braunelle – Prunella vulgaris

Im Moment ist der Rasen bedeckt mit der Kleinen Braunelle und weißem Klee. Sieht wunderschön aus und ist ein Eldorado für Insekten. Verschiedenste Hummeln und vor allem Schmetterlinge tanzen von Blüte zu Blüte. Die Kleine Braunelle wird häufig als Rasenunkraut benannt – es ist Ansichtsssache oder?

In einem halbschattigen Bereich haben Wildpflanzen einen eigenen Platz der ihnen ganz alleine gehört. Ein Gebrumme und Gesumme, hier ist immer ganz besonders viel los.

Wildpflanzen im Garten

Jetzt blühen die Sterndolde, Johanniskraut, Glockenblumen, Königskerzen und vor allem der wilde Majoran.

Wilder Majoran – Origanum vulgare

Nicht nur Bienen und Schmetterlinge lieben diesen wilden Majoran, auch Käfer finden sich gerne darauf ein. Obwohl er eher für trocken und sonnige Plätze empfohlen wird, wächst er auch ganz vorzüglich in meinen lehmigen und sogar halbschattigen Bereichen.

Gartenpflanzen im Sommer für Bienen und Co

Geranium ‚Rozanne‘ mit Hummel

Und wir können durch bestimmte Auswahl der Stauden dafür sorgen, daß unser Garten ein Insektenmagnet wird. Da mag ich den Storchschnabel – Geranium ‚Rozanne‘ ganz besonders gerne, denn dieser blüht von Juli bis zum Oktober durch. Seine Pflanzform ist weniger kompakt, sondern er wächst zu breiten Kissen heran und seine Triebe hangeln sich auch mal gerne einen halben Meter in andere Pflanzen hinein.

Wuchsform des Geranium ‚Rozanne‘

Dieser „schlampige“ Wuchs wird oft einmal bemängelt, ich finde es aber äußerst charmant. Und was mir auffällt, gerade im ‚Rozanne‘ sind besonders viele ganz kleine Wildbienen, die man erst auf den zweiten Blick als solche erkennt.

Lavendel

Der Lavendel ist ja schon in voller Blüte und immer empfehlenswert als Insektenpflanze.

Die verschiedenen Katzenminzen gehören für mich auf die Hummelpflanzenliste ganz nach oben im Sommer. Leider sind sie jetzt langsam am abblühen. Nach der Blüte sofort bis zum Boden zurückschneiden, dann treiben sie nochmals durch und bringen uns eine kleine Nachblüte.

Es gibt so viele Pflanzen mehr, welche sind eure Favoriten für einen Insektengarten im Sommer? Wenn ihr auf eurem Blog einen Beitrag zu diesem Thema habt, verlinkt ihn doch unten bei den Kommentaren!

Wer sich etwas mehr mit Insekten beschäftigen mag, für den ist vielleicht die Aktion von Naturgucker interessant. Dieses Jahr wird erstmals ein Insektenmonitoring im Sommer durchgeführt an dem jeder Naturinteressierte teilnehmen kann. Ziel ist, daß mehr Information über unsere Insektenwelt gesammelt wird.

 

 

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17 Gedanken zu “Sommerzeit ist oft Hungerzeit für Bienen und Co

  1. Ah, jetzt weiß ich endlich, was bei mir gerade massenhaft im Rasen blüht (der auch als Kräuterrasen gesät wurde): die Kleine Braunelle. Finde ich sehr hübsch.
    Andere schöne Insektenpflanzen zur Zeit sind z.B. Stockrose, Indianernessel und Lauch (eine Sorte habe ich jedenfalls, die erst jetzt blüht). Die ‚Rozanne‘ werde ich mir mal vormerken, die gefällt mir sehr gut!

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  2. Danke für Dein informatives Posting. Unsere Wiese ist ebenfalls eine „Unkrautwiese“ mit einzelnen Blumeninseln. Es ist immer wieder spannend zu sehen, welche Blumen sind dort ansiedeln, die die verschiedensten Insekten anlocken. Im nächsten Jahr werde ich an einer Stelle eine zusätzliche Wildblumenwiese anlegen. Ich hoffe es gelingt, denn wir haben recht schweren Lehmboden, in dem sich längst nicht alle Wildpflanzen wohl fühlen werden.
    Während der Lavendelbestand von Jahr zu Jahr größer wird, habe ich Katzenminze erst neu entdeckt und bin ganz begeistert von der Pflanze – unser kleiner Kater leider auch… Ihm sind schon einige Triebe und Blüten zum Opfer gefallen. Aber zum Glück ist noch genug für Bienen und Hummeln übrig :-).
    Liebe Gartengrüße
    Inge

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    1. Hallo Inge,
      lieben Dank! Lavendel ist ein Traum im Garten, dieses Jahr hat mir der kalte Winter leider einige dahingerafft. Mir fällt auf, daß die Katzen sich vor allem in den niedrigen Katzenminzensorten wälzen. Aber wenn sie davon nicht eingehen, sollen sie den Spaß haben!
      Liebe Grüße Arlene

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  3. lieben Dank für deinen Kommi bei mir – jaaa, wir haben Ziegen 🙂
    und die bunte Schar ist auch immer wieder für Überraschungen gut 🙂
    in unserem Garten gibt es leider noch nicht allzuviel an Blühpflanzen, aber inzwischen erfreuen sich die Insekten an den ganzen Beikräutern, die überall sprießen.
    liebe Grüße
    Manu

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  4. Liebe Arlene, vielen Dank für den schönen und wichtigen Beitrag. Deine Lösungen finde ich wieder einmal total gut. Die eigene Ecke mit Wildblumen, die Blumeninseln im Rasen und auch sonst die gute Auwahl bei dir im Garten. Da freut sich das Blumen- und Bienenherz 🙂 Mein Blutweiderich ist der Insektenmagnet. An ihm findet man Hummeln, Bienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Er steht allerdings den ganzen Tag in Schalen mit Wasser, weil er ja eigentlich eine Ufer- und Grabenpflanze ist. Außerdem hoch im Kurs die verschiedenen Malven. Borretsch nicht zu vergessen, Prachtscharte, Ehrenpreis, Lavendel und Mädchenauge kommen auch gut an. Und die Kokarden sind Dauerbrenner. Schön, daß hier so viele Leute so viel für die Insekten tun. Das freut mich und das macht Hoffnung !! Ein schönes Wochenende ! LG, Almuth

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    1. Hallo Almuth,
      mit vereinten Kräften schaffen wir kleine Paradiese für die Insekten!
      Ja ich hab schon bei dir mit bekommen, daß die Kokarden tolle Insektenpflanzen sind. Leider sind sie bei mir auch Schneckenfutter.
      Wünsche dir auch noch ein schönes Wochenende und liebe Grüße Arlene

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  5. In diesem Jahr ist es mir erstmals passiert: Ich musste meine Bienen im Juni künstlich auffüttern. Wobei das bei uns in der Ecke nicht mal daran lag, dass das Blütenangebot schlecht wäre; Schuld war der verrückte März/April, in dem alles recht früh geblüht hat (bevor die Bienen ihre volle Arbeitskraft erreicht hatten) und dann eine lange kalt-nasse Phase kam (in der die neu geschlüpften Arbeiterinnen dann gar nicht viel sammeln konnten). Als es dann wieder warm und trocken wurde, waren Apfel, Kirsche, Pflaume & Co dann schon so gut wie verblüht. Entsprechend lausig war der Fruchtansatz bei uns und sicher auch anderswo. – Naja, jedenfalls kam dann die natürliche Trachtpause und den Bienen ging der Vorrat aus, bevor die Blütenpracht des Sommers in Fahrt kam. Im Sommer geht es den Bienen hier dann zum Glück gut, weil wir am Rand eines Naturschutzgebiets wohnen – zwar hauptsächlich Wald, aber auch da finden sie so Einiges, und die Nachbarin und ich gärtnern ohnehin bienengerecht, aber bis dahin mussten sie ja erst einmal kommen. Also gab es zum ersten Mal mitten im Jahr Sirup für die Immen. Schrecklicher Gedanke, dass das teilweise schon Normalzustand ist.

    Bei mir wächst der wilde Oregano übrigens auch im Lehm und im Schatten ganz wunderbar. Und in Hessen habe ich riesige Wildbestände am Waldrand gesehen, wo es ja auch nicht gerade sonnig und trocken ist. Da es ja auch Wasserdost gibt, der – wie der Name ja andeutet – sogar am Teichrand wächst, denke ich mal, dass es da inzwischen zu fruchtbaren Verkreuzungen gekommen ist. Das ist dann wiederum tröstlich, wenn die Pflanzen sich weiterentwickeln und auch an ursprünglich nicht optimale Bedingungen innerhalb weniger Generationen anpassen können, finde ich!

    Summende Blütengrüße,
    Christiane

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    1. Hallo Christiane,
      auch bei uns hat es die Obstbaumblüte verregnet aber dann hatten die Bienen immer genügend Vorrat. Dieses Jahr hatten wir insgesamt wieder mal ein gutes Bienenjahr. Wir konnten sogar Waldhonig bei der zweiten Schleuderung ernten. Bis jetzt machen sie noch einen sehr guten Eindruck und ich hoffe daß wir sie gut über den Winter bringen.
      Alles Liebe für dich und deine Bienen, Arlene

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      1. Ich denke auch, die Sommertracht wird gut. Ist ja gutes Honigtauwetter gewesen. Wir schleudern hier erst im August, aber ich bin zuversichtlich! Schlimm war halt dieses Hungerloch im Frühjahr. Und der Winter ist natürlich jedes Jahr ein Glücksspiel!
        Auch dir – und deinen Immen – alles Gute!

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  6. Sehr schöner Blogpost. Letztens gab es einen englischsprachigen Artikel über genau das Thema (theconversation.com/the-common-herb-that-could-bring-bees-buzzing-to-your-garden-81140). Dort wurde auch Oregano/Majoran als exzellente Nektarquelle für Bienen hervorgehoben. Letztendlich ist es aber auch die Vielfalt über das Jahr hinweg.

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    1. Vielen Dank und ich hab gleich mal deinen link aufgerufen. Sehr interessant und jeder Hausgärtner kann durch die richtige Pflanzenauswahl etwas für unsere schwindende Insektenwelt tun oder ist es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein?
      VG Arlene

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