Streifzug durch den Junigarten

Sommer – Sonne – Pur

Dieser Monat war fantastisch. Wir hatten bis vor wenigen Tagen nur Sommertemperaturen die sogar bis über 30 Grad kletterten. Zum Ende hin jammerten zwar manche Pflanzen schon ein wenig, da sie in einem Garten wachsen müssen in dem sie nicht gegossen werden. Außer Gemüse und Topfpflanzen die selbstverständlich jeden Tag mit Wasser versorgt werden.

Und bevor es den Pflanzen zu trocken wurde kam pünktlich der Regen und kühlere Temperaturen. Bei uns hier im Alpenvorland gibt es recht viel Niederschlag. Wir haben durch die Alpenstaulage fast 1000 Liter/qm im Jahr und dazu noch lehmigen Boden der das Wasser gut hält. Wir haben nicht wirklich Probleme mit Trockenheit, höchstens wenn mal so eine Phase wie die letzten Tage war. Da sieht es in Gebieten mit sandigen Boden und wenig Niederschlag schon anders aus.

Dies ist ein Grund warum die Pflanzauswahl meines Garten beschränkt ist auf diejenigen die mit viel Feuchte umgehen können. Das schließt bei mir leider viele wunderschöne Pflanzen aus, die Trockenheit für gesundes Wachstum brauchen. Zum Glück gibt es aber für jeden Standort und ist er noch so extrem eine ausreichende Pflanzenauswahl.

Rose ‚Aspirin‘

Ich persönlich würde nie an einem trockenen Standort mit Pflanzen arbeiten die viel Wasser brauchen. Warum so gegen die Natur arbeiten? Genauso würde ich in meinem Garten nie die nährstoffreiche Lehmerde mit Sand und Kies austauschen um ein Trocken- und Magerbeet zu gestalten.

Meine Devise ist: „Sei zufrieden mit dem was du hast, man kann nicht alles im Leben haben“. Wie haltet ihr es mit eurem Garten? Richtet ihr die Pflanzung bereits mehr nach den möglichen Wetterkapriolen und was macht ihr für Erfahrungen?

Wenn ich die Bilder vom Anfang des Monats betrachte, wie noch das frische Grün und die vielen Blüten der Schwertlilien, Pfingstrosen, Katzenminzen oder auch Rosen dominierten. Und jetzt zum Monatsende der Blütenhöhepunkt vorbei ist und auch durch die Hitze das saftige Grün sich bereits eher zu den gedeckten Tönen verabschiedet hat.

Vorne der Perlmuttstrauch –  Kolkwitzie und hinten ist der Maiblumenstrauch – Deutzia hybride ‚Mont Rose‘

Anfang Juni blühten diese beiden Sträucher und sie sind der absolute Insektenhit. Ich kenne kaum eine andere Pflanze in der sich zur Blüte mehr verschiedene Insekten tummeln als in diesen hellrosa Wolken. Im Maiblumenstrauch noch mehr als in der Kolkwitzie.

Maiblumenstrauch – Deutzie ‚Mont Rose‘

Honigbienen, viele verschiedene Wildbienen auch ganz kleine und die großen Brummer die Hummeln. Aber auch Käfer und anderes das ich gar nicht benennen kann. Es ist jedes Jahr wieder eine wahre Freude das zu beobachten. Die Honigbienen haben es uns mit einer guten Honigernte gelohnt.

Heimische Türkenbundlilie – Lilium martagon

Auch die heimische Türkenbundlilie wächst vereinzelt in meinem Garten. In den umliegenden Buchenwäldern blüht sie teilweise in großen Beständen.

Türkenbundlilie in den umliegenden Buchenwäldern

Leider sind die Blütenknospen ein Leckerbissen für die Rehe. Es gab schon Jahre, in denen sie kaum zur Blüte kommen weil sie so verbissen wurden. Dieses Jahr war der Bestand zu etwa einem Drittel angeknabbert. Die Türkenbundlilie ist eine heimische Pflanze die bevorzugt auf kalkigen Untergrund wächst und in Deutschland besonders geschützt ist.

 

Mein Experiment mit dem Gemüse – Schubkarren funktioniert wunderbar. Die Mischkultur mit Kopfsalat und Buschbohnen wächst vorzüglich. Und es war ein schönes Küchenerlebnis, den Kopfsalat ohne Schneckenfrass und Schleim zu verarbeiten.

Mittlerweile sind die Buschbohnen kurz vor der Ernte. Ich bräuchte jetzt nur noch eine ganze Armada dieser Schubkarren dann wäre ich wieder ein Gemüsegärtner 😉

Jetzt im Juni verändert sich der Staudengarten weg von den Rosa- und Blautönen eher zu den Gelben Farben. Hier das Brandkraut mit Frauenmantel und im Hintergrund der Waldgeißbart.

Wollziest – Stachys bizantina mit Frauenmantel, gelbblättriger Hosta und Sedum.

Wenn diese Taglilien blühen dann hat in meinem Garten der Hochsommer begonnen. Die romantischen Blütenbilder mit den Pfingstrosen und Rosen sind zu Ende und es beginnt eine ganz andere Stimmung im Garten.

Nachdem die letzten Tage der große Regen kam, sind auch die Nacktschnecken aus ihren kühlen Verstecken raus und machen sich über alles her. Mein Vorsatz für dieses Jahr war ja, daß ich die Schnecken nicht mehr bekämpfe. Naja da wird man schon auf die Probe gestellt ob man dies durchhält. Bis jetzt schon!

Hosta ‚Dream Weaver‘

Auch wenn so manche Pflanzenlieblinge nicht mehr schön aussehen. Die Hosta sind noch die einzigen Pflanzen die im Garten wachsen dürfen obwohl sie Schneckenfutter sind. Wir haben ja einige Hosta im Garten, weil wir sie sehr mögen. Die letzten Jahre kaufe ich mir nur noch Sorten mit sehr festem Laub, weil das etwas schneckensicherer ist. Diese Hosta ‚Dream Weaver‘ hat ein sehr festes Laub und die Schnecken mögen sie trotzdem. Zum Glück wachsen Hosta auch in Töpfen sehr gut.

 

Blauglockenbaum – Paulownia tomentosa

Und zum Schluß möchte ich euch noch ein anderes Experiment zeigen. Wir ziehen gerade aus Samen zwei Blauglockenbäume heran. Ihr unglaublich schnelles und üppiges Wachstum ist ein Erlebnis zu beobachten. Was dabei alles zu beachten ist und wie man diesen Baum im Garten verwenden kann, davon werde ich bald mal berichten.

Und zum Ende des Juni möchte ich noch allen einen wunderschönen Sommer wünschen und daß viele vor solchen Wetterkapriolen wie es die Berliner gerade erlebt haben verschont werden!

Advertisements

12 Gedanken zu “Streifzug durch den Junigarten

  1. Einen sehr schönen Garten habt Ihr da, Danke für den ausführlichen Bericht. Wir haben unser Grundstück 2012 mit einem angelegten Garten gekauft. Im Vorgarten gab es einige Pflanzbeete mit Bäumen und Sträuchern und Rindenmulch. Die habe ich mit viel Mühe in einen schönen Blumengarten verwandelt. Wir haben im Vorgarten sandigen Boden mit wenig Mutterboden darüber. Immer, wenn ich etwas pflanzen will, muss ich große Gruben ausheben, in die ich dann Eimerweise Komposterde fülle. Neben der Trockenheit sind die Schnecken unser Hauptproblem. Davon gibt es auf unseren Wiesen und auch in den Pflanzbeeten reichlich. Ich bin nun dazu übergegangen, von den Pflanzen, die Schneckenrestístent sind, Samen zu sammeln und dort auszusäen, wo ich noch Lücken finde. In diesem Jahr steht unsere Teichpumpe, mit der wir immer das Wasser zum Gießen aus dem Teich nach oben in den Vorgarten pumpen, noch immer im Winterquartier. Wir hatten bisher soviel Regen, dass wir noch nicht zu gießen brauchten. Gemüse bauen wir nicht an, wegen der Schneckenplage. Außer einer Cocktailtomate, die dieses Jahr im Topf steht. In den vergangenen Jahren haben die Biester trotz Schneckenkornes innerhalb einer Nacht oft alle gekauften Pflanzen vertilgt. Aber mit Mähen der großen Grünflächen und Sauberhalten der Pflanzbeete bin ich auch so schon weitgehend ausgelastet. Außerdem muss ich ja auch noch meine Fische im Teich zählen und Kater Karlchen streicheln. Liebe Grüße und einen schönen Sonntag! Hedwig

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Hedwig,
      lieben Dank! Dein Garten hört sich sehr interessant nach deiner Beschreibung an. Und manchmal wenn ich in meinen schwerem lehmigen Boden grabe träume ich von sandigen Boden. Aber dafür mußt du in stetig verbessern um Pflanzen darin kultivieren zu können. So hat alles seine Vor- und Nachteile. Das ist auch mein Credo, daß man sich nach den Gegebenheiten die ein Garten bietet sich richtet, denn dann hab ich umso mehr Freude als Leid. Und wie du schon sagst, es warten auch noch andere Dinge auf uns!
      Ich wünsch dir noch einen schönen Sonntag und liebe Grüße Arlene

      Gefällt 1 Person

  2. …sehr interessant was du von deinem Garten berichtest, liebe Arlene,
    ich weiß bei den meisten Pflanzen gar nicht genau, welche Bedingungen sie brauchen, merke aber sehr schnell, ob sie für meinen Garten geeignet sind, sonst verschwinden sie einfach…früher habe ich es bei einigen Pflanzen öfter versucht, aber jetzt versuche ich was anderes…Dill zum Beispiel, den mag ich so gerne und hätte ich so gerne im Garten, aber keine Chance. der wächst einfach nicht…bin gespannt, was du über den Blauglockenbaum berichtest, ich weiß einen in einem Park in der Nähe und könnte ja schon mal nach Samen Ausschau halten…

    wünsche dir einen schönen Sonntag,
    liebe GRüße Birgitt

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Birgitt,
      learning by doing ist nie schlecht. Ha, dann geht es dir beim Dill wie mir. Der mag meinen Garten auch nicht. Manchmal ist es schon eigenartig. da glaubt man für eine Pflanze die besten Voraussetzung zu haben und sie mag absolut nicht gedeihen und andersrum hatte ich auch schon Gartenerfahrungen gemacht.
      Die Samen vom Blauglockenbaum hab ich auch aus einem Park mitgenommen …
      Wünsche dir auch einen schönen Sonntag und liebe Grüße Arlene

      Gefällt mir

  3. Ich bin auch der Meinung, dass man mit dem zufrieden sein sollte, was man hat! In meinen Garten kommen sowieso nur unempfindlich Stauden, die mit unserem Lehmboden zurechtkommen. Bodenaustausch käme für mich nicht in Frage! Hier wachsen eben z. B. keine Rhododendren.
    Die Idee mit der Schubkarre ist wirklich genial! Man kann “das Beet“ zum Wasseranschluss schieben und braucht keine Kannen schleppen!
    Viele Grüße von Margit

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Margit,
      da sind wir ganz einer Meinung mit dem Garten! Ich war vor ein paar Jahren in Cornwall und hab dort die Rhododendren gesehen wie sie in einer unglaublichen Üppigkeit fast Baumhoch wachsen. Auch in Deutschland gibt es Gegenden mit wunderschönen Rhododendren. Aber wie sie oft trotz Erdenaustausch kümmerlich wachsen müssen die Ärmsten …
      Wünsche dir einen schönen Sonntag und liebe Grüße Arlene

      Gefällt mir

  4. Also mit dem Dill ist das so, dass man den Samen einfach in den Garten werfen muss. Irgendwann, meist im nächsten Jahr, wächst dann irgendwo herrlicher Dill. Bei mir in diesem Jahr in einem Blumenkübel, der mit frischer Kompodterde gefüllt würde. War schon früher so, in meinem Garten an meinem früheren Wohnort.

    Gefällt 1 Person

  5. Liebe Arlene! Ich denke du solltest übers Jahr noch einige Scheibtruhen „sammeln“ – der Erfolg spricht für sich! Das mobile Hochbeet mit vielen Vorteilen. Vielleicht mache ich das nächstes Jahr auch, mein Mann wird seine Scheibtruhe aber sehr vermissen!
    Hier ein Resume aus meinem Juli-Garten
    gruenvorglueck.blogspot.co.at/2017/07/anders-als-2016.html

    LG
    Melissa

    Gefällt 1 Person

  6. Ein Traumgarten, Glückwunsch! Geniesse immer die Rundgänge, auf denen mahr mehr sieht als Makros. Du hast sehr schöne Beetkombinationen, und welch ein Glück, dass du keine Sorge mit Trockenheit hast. Generell wähle ich die Pflanzen passend zu unserem Klima aus, aber manchmal gestatte ich mir ‚Verrücktheiten‘ wie den Tetrapanax, der eben durstig ist, aber zu prächtig. Wie gern würde ich die L. martagon im Buchenwald sehen! Das muss ein Traum sein! Geniesse deinen Sommergarten 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Annette,
      lieben Dank, ja die Sommerzeit …
      Ich versuche zumindest, daß ich in meinem Garten ein stimmiges Gesamtkonzept schaffe und auch Bilder davon zeigen kann!
      Oh ja, diese „Verrücktheiten“ kenne ich. Wenn ich in meinem kalten Garten eine Gunnera pflanze 😉 und trotz liebevoller Überwinterungshilfe nicht mehr viel übrig bleibt.
      Wünsche dir auch noch schöne Sommertage und LG Arlene

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s