Viel Grün – wenig Bunt

Unser Garten ist eher ein grüner Garten, der über das Gartenjahr verteilt immer wieder nur Blütenhöhepunkte hat.

Die meisten Staudenbeete gestalte ich so, daß nicht alles gleichzeitig blüht sondern eine Staude nach der anderen mit  dementsprechenden Übergängen. So umgehe ich ein buntes Durcheinander und kann damit auch verschiedene Farben die sonst nicht zusammen passen würden im Garten wachsen lassen. Im Moment dominieren Blau- und Rosatöne. Zum Sommer übernehmen dann Orange- und Gelbtöne das Bild.

Grün soll der Hauptakteur in unserem Garten sein, damit die wenig blühenden Stauden darin ihre Bühne haben und nicht im bunten Vielerlei untergehen. Ich mag es ganz besonders, Pflanzen wenn sie blühen, dann ihre Blüte zu zelebrieren. Den Sitzplatz dorthin zu verlegen und sich am Duft und der besonderen Blütenform zu freuen.

Der Zierlauch verabschiedet sich bereits langsam aber auch die Samenstände sind ganz besonders zierend. Meistens lasse ich sie stehen auch wenn es der Pflanze viel Kraft kostet.

Und die Pfingstrosen beginnen mit ihrer Blüte. Diese kräftig rosa blühende Sorte, von der ich den Namen nicht weiß, denn sie wächst schon immer im Garten, hat hier ihren Platz gefunden. Vor allem wegen den Duft den sie frei gibt. Wenn ich hier auf dem Stuhl sitze bin ich eingehüllt von süßlichem rosenartigen Duft den sie verströmt.

Duft ist für mich ganz besonders wichtig im Garten, denn ich möchte nicht nur visuell den Garten erleben sondern auch mit der Nase. Im Moment wabert durch den gesamten Garten ein zarter Blütenduft.

Die Dalmatinische Schwertlilie – Iris pallida verblüht auch bereits. Da schwingt immer ein wenig Wehmut mit, daß ich wieder ein Jahr auf diese ganz besondere Blüte warten muss. Ihr Duft ist so unglaublich, daß ich so oft ich kann meine Nase in eine Blüte stecke und daran rieche, in der Hoffnung, daß ich mir den Duft „merken“ könnte für die Irislose Zeit.

Jedes Jahr, wenn die erste Blüte öffnet  bin ich aber aufs Neue überrascht wie intensiv ihr Duft ist. Leider funktioniert es nicht so gut mit dem Duft konservieren!

Und jetzt möchte ich euch noch etwas in meinen wilden Gartenteil zeigen. Auch hier fangen die Pfingstrosen an zu blühen.

Inmitten von Giersch! Nicht nur den Kampf gegen die Schnecken habe ich beendet sondern auch im wilderen Gartenteil gegen den Giersch. Und sieht es nicht wunderschön aus. Schleierkrautartig verweben sich die beiden und der Giersch stützt sogar die schweren Pfingstrosenblüten. Zu diesem rosarot eine fast verwunschene romantische Verbindung.

Den Giersch rupfe ich nach der Blüte ab um ihn ein wenig zu schwächen und damit er sich nicht noch aussamt. Aber seit ein paar Jahren funktioniert das recht gut und ich mach mich wegen dem „Unkraut“ nicht mehr verrückt.

Manchmal muß man im Kopf nur umdenken und entdeckt damit ganz neue Möglichkeiten im Garten!

Genauso im Schattengarten lasse ich im Hintergrund den Giersch wachsen und er blüht zusammen mit den Akeleien. Mir gefällt die zarte Kombination ganz besonders die hier entstanden ist. In ein paar Wochen blühen inmitten des Giersch die wilden Glockenblumen.

Letztendlich habe ich in die vorhandene heimische Pflanzendecke nur vereinzelt Gartenstauden dazu gesellt. Ich hab damit sehr wenig in die Natur eingegriffen und trotzdem ein gestaltetes Beet. Ein Gartenstil der mir ganz besonders gefällt.

Und wenn man die Blüte des Giersch genauer betrachtet, ist sie nicht wunderschön? Für kleine Gärten wäre er sicher zu dominant aber ich bin in meinem großen Garten froh um vitale Flächendecker.

Und noch so ein ganz zarter Blüher, der Stinkende Storschnabel oder Ruprechtskraut – Geranium robertianum. Eine Pflanze die überall in Europa heimisch ist wo es schattig und stickstoffreich ist. Soll der erste Storchschnabel gewesen sein der in Gärten kultiviert wurde. Nicht nur zur Zierde sondern vor allem als Heilmittel.

Und hier wächst er zwischen den Schattenstauden

Das sind genau die Bilder die ich in meinem Garten so mag. Viel grün und dazwischen die Blüten. Und wenn sie noch so klein sind wie dieser Stinkende Storchschnabel kommen sie wunderbar zur Geltung. In einem bunten Beet würde er gar nicht auffallen aber so wirkt dieses „Unkraut“ als ob es etwas ganz besonderes wäre!

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7 Gedanken zu “Viel Grün – wenig Bunt

  1. Tolle Bilder eines wunderschönen Gartens ! Zauberhaft !! Vielen Dank fürs Mitnehmen 🙂 PS: das mit dem Giersch hast du toll gelöst. Als ich seine Blüten das erste Mal wahrnahm, war ich ganz angetan, wie hübsch dieses Kraut doch ist. Superschön mit den anderen Blumen zusammen. Ja, manchmal hilft es nur, die Einstellung zu ändern 🙂

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