Gartenstreifzug durch die „grüne Hölle“

Jetzt ist es wieder so weit, nach langen Monaten die wir ohne der Üppigkeit der grünen Blätter ausgekommen sind, explodiert die Natur. „Grüne Hölle“ ist vielleicht eine etwas heftige Bezeichnung für dieses Schauspiel aber jedes Jahr werde ich wieder aufs Neue von dieser Fülle überwältigt. Durch die geschützte Lage mitten im Wald und der hohen Niederschläge die durch die Alpenstaulage entstehen gedeiht es im Garten fast tropisch.

Wenn ich im Garten auf Fotosafari unterwegs bin, dann sind meine zwei Hühner immer mit dabei. Also los gehts!

Dieses mal nehme ich euch von der Wiesenseite her mit in einen etwas naturnahen Gartenteil, wenn ich es vornehm ausdrücken möchte. Es ist das Areal das nicht so viel Aufmerksamkeit von mir bekommt. Ich pflege hier nur das nötigste und lass die Pflanzen wandern. Ebenso den Giersch dem ich auf der großen Fläche gar nicht Herr werden könnte. Giersch ist ein wunderbarer Bodendecker und in Kombination mit kräftig wachsenden Stauden die sich nicht unterkriegen lassen, gibt es naturnahe Pflanzenbilder.

Hier in Kombination mit Storchschnabel, eine unkomplizierte alte Phloxsorte, einer frühblühende gelben Taglilie mit unglaublichen Duft und Pfingstrosen. Auch eine relativ schneckenresistente Hosta behauptet in diesem „Gierschbeet“ ihr Dasein. Leider weiß ich von allen den Sortennamen nicht, denn diese wachsen seit eh und je im Garten und haben sich als kräftige Stauden bewährt.

Nach vielen Jahren hab ich den Kampf gegen den Giersch aufgegeben und lass ihn schon einige Jahre in diesem Staudenbeet als Bodendecker mitwachsen und erreiche eine schnell im Jahr bedeckende Krautschicht. Zum Frühjahrsanfang ist das Beet voll mit Lerchensporn und langsam beginnt die Blüte der Stauden, der wilde Beinwell hat schon die ersten Blüten geöffnet.

Jetzt machen wir noch schnell einen Abstecher über den Gemüsegarten. Wer meinen Blog regelmäßig liest der weiß, daß ich wegen der Schneckeninvasion kein Gemüse hier mehr anbauen werde. Durch die Lage mitten in der Natur und das ständige Nachwandern der Nacktschnecken mag ich sie nicht mehr töten und mit sämtlichen Abwehrmethoden arbeiten. Kurz gesagt, ich hab keine Lust mehr! Jetzt hab ich mir für die Beete etwas anderes überlegt.

Auf der gesamten Fläche habe ich vor ein paar Tagen Blumensamen wie Phacelia, Ringelblume usw. für meine Honigbienen, Wildbienen und Schmetterlinge ausgesät. Bin schon gespannt wie sich das entwickeln wird.

Rhabarber und Meerrettich die kein Problem mit Schnecken haben, dürfen weiter wuchern.

Nochmals ein kleiner Schwenker und der Blick über das Trichterfarn (Matteuccia struthiopteris) in den „gepflegteren“ Gartenteil. Dieses heimische Trichterfarn liebt nährstoffreiche feuchte Standorte. Aber Vorsicht, dieses Farn wuchert und ist nichts für kleine Gärten. Aber wenn es Platz hat, so wie in meinem Garten zeigt es eine fantastische Üppigkeit. Ein absoluter Liebling in meinem Garten.

Jetzt gehen wir wieder zurück Richtung Wald und kommen bei einem meiner nächsten Lieblinge vorbei.

Der Etagen-Schneeball (Viburnum plicatum ‚Mariesii‘) ist im Mai ein wunderschöner Strauch mit einer eleganten Erscheinung. Mittlerweile über 3,5 Meter breit und ein Blickpunkt am Eingangsbereich von der Straße aus gesehen.

Und weil wir jetzt bei der Straße sind zeige ich euch noch meine Gartenarbeit von heute.

Wir haben eine große Buche am Eingangsbereich zum Garten stehen und sie verliert im Moment ihre letzten Bucheckern. Ganze drei Schubkarren sind dieses mal wieder zusammen gekommen. Das sind die Nebenwirkungen einer grünen Hölle 😉

Da zeige ich euch lieber noch was anderes. Weil ich Sträucher mit etagenförmigen Wuchs mag habe ich mir letztes Jahr einen Etagenhartriegel (Cornus controversa) gepflanzt.

Er hat sich ganz gut eingewachsen und es scheint ihm zu gefallen. An seinem Fuß wächst eine Hosta ‚Empress Wu‘, dies soll die Hostasorte sein mit den größten Blättern und eine Höhe bis über einem Meter erreichen. Jetzt im dritten Standjahr nehmen die Blätter schon recht große Ausmaße an. Die beiden stehen in der Frühlingswiese und hier dürfen sich die Pflanzen erst alle aussamen bevor ich das erste mal mähe.

Auf dem Weg zum Haus steht diese gemauerte Steinmauer die schon einige Jahre auf dem Buckel hat.

Das heimische Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) hat sich hier mittlerweile einen Platz erobert. Und weil es bei uns immer relativ feucht ist bleibt es auch über den Sommer schön grün.

 

Auch im Hauptgarten dominiert jetzt die Farbe Grün außer den letzten Tulpen, verschiedenen Euphorbien und die letzten Blüten der Magnolie. Bartiris und Pfingstrosen fangen langsam mit der Blüte an.

Schön, daß ihr mich bis hierher begleitet habt und jetzt zeige ich euch noch meinen grünen Begrüßungstopf vor der Haustüre.

Eine Hosta ‚Krossa Regal‘ mit einem Trichterfarn wuchert in diesem Topf und nimmt gigantische Ausmaße an bis zum Sommer. Mit dem Blütenstand der Hosta wird sie dann Mannshoch.

Ganz bewußt halte ich den Garten sehr grün mit punktuellen Farbakzenten. Diese fast tropische Üppigkeit und das frische Grün sind mir im Garten die liebste Zeit. Wenn ich mich für ein Lieblingsmonat entscheiden müßte dann wäre es der Mai!

 

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15 Gedanken zu “Gartenstreifzug durch die „grüne Hölle“

    1. Hallo Birgitt,
      lieben Dank! Insgesamt ist unser Areal einen Hektar groß und davon sind etwa 3000qm als Garten angelegt.
      Und ganz, ganz lieben Dank für die Karte. Ich hab mich sehr darüber gefreut.
      Liebe Grüße Arlene

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  1. Ein wunderbarer Spaziergang durch Dein Gartenparadies! Bei so viel Platz kann man gut mit Wucherern arbeiten, die den Boden schön zu machen! Ich mag diese Zeit der Üppigkeit auch besonders gerne! Viele Grüße von Margit

    Gefällt 1 Person

  2. Ein wahnsinns Garten, in dem es mir ausgesprochen gut gefällt. Du hast Recht, wenn man den Feinden nicht Herr oder Frau werden kann, dann sollte man sie sich zu Freunden machen! Ich komme noch hinterher mit dem Girsch, habe aber auch schon Rasen in Beet und Beet in Rasen umgewandelt, um ihm Einhalt zu gebieten. Der Etagen-Hartriegel, ich hatte ihn auch, und dann hat ein übermütiges Besucherkind ihm den Leittrieb abgeknickt. Geknickt war ich dann auch, er war damals auch alles andere als Billig im Einkauf. Leider wuchs er dann nicht mehr sehr schön und irgendwann habe ich ihn schweren Herzens entfernt. Ich wünsche Dir viel Glück mit dem Deinen. Danke für die wunderbaren Bilder … LG sendet Marion

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    1. Liebe Marion,
      oh das freut mich sehr, daß dir der Garten und die Bilder gefallen.
      Das ist aber schade mit deinem Etagen-Hartriegel. Ich bin wirklich schon sehr gespannt wie er sich entwickelt, falls alles gut geht 😉
      Liebe Grüße Arlene

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