Soll ich eine Baumschule eröffnen?

Soll ich eine Baumschule eröffnen? Jaja, jedes Jahr stelle ich mir diese Frage im Angesicht der tausenden Baumsämlinge in meinem Garten, die mit ihrer ungeheuerlichen Wuchskraft gerade alles in den Schatten stellen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn es würde keine fünf Jahre dauern und der Garten wäre eine einzige Baumschule.

Wenn das Gartenareal mitten im Wald ist, braucht man sich nicht zu wundern wenn dem so ist. Manchmal bin ich aber kurz vor der Verzweiflung.

So sehr ich diese Waldstimmungen liebe und meinen Garten auch in der Gestaltung sehr natürlich ausrichte, so ist es ein ständiger Wettlauf, die „wilde“ Natur zurück zu halten. Nur innerhalb ein paar Jahre würde alles zu wuchern, so wie es war bevor der Mensch kam.

Zum Glück ist der Wald ein gemischter Laubwald mit Buchen, Ahorn, Feldahorn, Eschen, Weiden usw. und kein finsterer Fichtenwald. Aber wenn im Herbst die Samen der Bäume fliegen als würde es schneien, dann weiß ich was mich im Frühjahr wieder erwartet.

Überall sprießen sie jetzt die Baumsämlinge, in den Beeten, Rasen und Wiesen. Im Rasen und in der Wiese ist es kein Problem, da mähe ich darüber und das Problem ist beseitigt. Aber eine meiner Hauptarbeiten im Frühjahr ist tatsächlich in den Beeten diese Sämlinge zu jäten.

Buchensämlinge

Kübelweise „ernte“ ich diese noch zarten Geschöpfe.

Die jungen Buchen mit ihren Häubchen stehen fast elfengleich im Moos und sehen sie nicht hübsch aus? Aber ich weiß, wenn ich sie nicht entferne steh ich in ein paar Jahren im dichten Wald.

Und wehe, ich übersehe diese Bäumchen. Schnell wachsen ihre Wurzeln mit denen sie sich fest im Boden verankern. Im ersten Jahr ist das rausziehen noch kein Problem aber ab dem zweiten wird es schon anstrengend. Denn bei der Größe des Areals ist es mir unmöglich, daß ich alle finde. Und so ist der Spaten bei mir im Garten ein ständiger Begleiter, um unerwünschte Bäumchen zu entfernen.

Ahorn: Sämling, einjährig, zweijährig, dreijährig

Wie ich zum Anfang schon sagte, manchmal bin ich schon nahe der Verzweiflung wenn ich stundenlang nur Baumsämlinge jäte. Und dann fantasiere ich so vor mich hin, einerseits daß rasend schnell die „wilde Natur“ ihr Areal wieder zurück erobern würde wenn der Mensch nicht mehr da wäre aber auch, daß ich demnächst eine Baumschule eröffne. Welche Pflanze wächst und gedeiht in meinem Garten schon mit so einer Vitalität? Und vor meinem inneren Auge sehe ich mich schon als Baumschulerin.

Demnächst: Neueröffnung einer Baumschule mit autochthonen Pflanzen 😉

Auch wenn dieses Jäten Anflüge eines meditativen Charakters hat, manchmal braucht man halt auch etwas Humor um solch eher unangenehmen Gartenarbeiten zu bewältigen.

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23 Gedanken zu “Soll ich eine Baumschule eröffnen?

  1. Oh ja, ich könnte tausende von Ahorn-Babys beisteuern!!! Besonders gemein sind die Bäumchen die unter der Hecke wachsen. Oft sieht man sie nicht gleich und dann sind es schon stattliche Bäumchen!
    Viele Grüße vonvon Margit

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    1. Hallo Margit,
      und die Vögelchen sitzen gerne auf der Hecke und lassen ihre Häufchen fallen und dann gehen überall die wilden Rosen auf!
      Das ist die Natur und das ist auch gut so aber für einen gehegten Garten muß auch viel getan werden!
      Liebe Grüße Arlene

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  2. Auch hier wachsen alljährlich die kleinen Weiden, Buchen, Fichten, Ahörner, Walnüsschen, im Komposthaufen auch Pfirsichbäumchen… und ich muss sie immer ganz schnell entfernen, bevor Herr Eifgental sie sieht, denn er hat eine große Schwäche für Baumsämlinge. Die dürfen nicht gejätet werden, die muss man umpflanzen, schließlich sind es doch BÄUME! Die reißt man nicht einfach aus! Eigentlich finde ich die Einstellung ja total liebenswert, aber irgendwann einfach nicht mehr umzusetzen…

    Einmal hatte ich aber so einen Sämling, den hätte ich tatsächlich gern weiter gepflegt: ich nannte sie meine Albino-Buche, jedenfalls waren die Keimblätter weiß und die später folgenden Blätter von Anfang an gelb. Sie ist aber dann von selbst verschwunden, ich fürchte, sie ist mangels Photosynthese eingegangen. Schade, das war ein faszinierendes Gewächs.

    Noch viel Erfolg im Kampf gegen den zurückkehrenden Wald!

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    1. Das ist ja mein Problem, daß ich am liebsten eine Baumschule eröffnen würde, weil mir die vielen Bäumchen leid tun.
      Alle meine Bäume im Garten sind aber tatsächlich aus Sämlingen gezogen, Buchen, Feldahorn, Kriecherl …
      Von diesen Albinos hab ich auch schön gehört. Stimmt, wenn kein Blattgrün da ist, kann keine Fotosynthese laufen!
      liebe Grüße aus dem Wald, Arlene

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      1. Geht mir ja irgendwo auch so. Deswegen lege ich auch an allen Ecken und Enden Hecken an. Wir haben mittlerweile eine richtig dicke Weidenhecke (wir behaupten, nach schottischem Vorbild, aber eigentlich liegt’s nur daran, dass wir die wilden Weiden aus dem Bauerngarten nicht wegwerfen konnten…) und am Straßen- und Feldrand wird es nach und nach auch immer dichter. Die Pfirsiche aus dem Kompost sollen nach und nach zum Spalier erzogen werden. Aber es kommen ja nun mal immer noch mehr dazu! Eigentlich sollte ich sie wirklich mal in Töpfchen setzen und am Wegrand neben eine Spendenbox stellen. Dann pflanzen die oben in der Neubausiedlung vielleicht mal was Anderes als Kirschlorbeer und Scheinzypresse…
        Grüße aus dem anderen Wald,
        Christiane

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      2. Hab mir dieses Jahr auch schon eine gekeimte Pfirsich vom Kompost getopft 😉
        Keine schlechte Idee mit den Töpfen und der Spendenbox! Das wär ja eine Alternative …
        Liebe Grüße Arlene

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  3. Das mit dem Allium wundert mich auch gerade – ist das Bild von jetzt ??? – Du Arme, auch wenn ich Bäume liebe, kann ich verstehen, daß du sie nicht alle wachsen lassen kannst. Als ich kürzlich die Buchensämlinge zum ersten Mal entdeckte (besser spät als nie 😉 war ich erstaunt, wie dicht sie am Waldrand wuchsen. Daraus werden doch aber auch nicht alles Bäume – fragte ich mich und fragte mich weiter, ob Forstarbeiter die entfernen oder ob sie irgendwelche Fressfeinde haben, die sie wegfuttern. Wenn du einen lebendigen Rasenmäher hättest, der dir das abnehmen würde, das wäre doch toll 🙂 Halt durch und mach keine Baumschule auf ! Wäre schade um den wunderschönen Garten 🙂 Liebe Grüße, Almuth

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    1. Hallo Almuth,
      das sind Bilder vom letzten Jahr und sollten nur die Waldstimmung in meinem Garten zeigen.
      Wenn so viele Sämlinge aufgehen, würde letztendlich nur ein Bruchteil davon zu einem großen Baum heranwachsen. Aber die ersten Jahre steht schon ein Bäumchen neben dem anderen und wer schneller wächst der nimmt den anderen Licht weg oder die Rehe knabbern einen großen Teil weg. Aber das ganze wäre dann halt kein gehegter Garten mehr sondern Gestrüpp!
      Liebe Grüße Arlene

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      1. Aha, die Rehe mögen so etwas also. Das hat mich interessiert 🙂 Wie wäre es mit einem Bonsaiwald, haha ! Oder einem Staubsauger, um die Saat gleich wegzusaugen ? – Nein, ich verstehe schon. Dann hoffe ich mal, daß du vom Bücken und rausreißen noch kein Rückenweh hast und das die „Ernte“ bald vorbei ist !! Liebe Grüße, Almuth

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    2. Rehe fressen wohl die Keimlinge gerne, hat mir mal ein Förster erzählt. Zu trockenes Frühjahr tut sein übrigens; die Wurzeln sind ja noch zart und kurz und empfindlich, was das austrocknen angelangt. und schon sind *schwupsdiwupp* viele verschwunden und werden nie ein großer Baum….

      Gefällt 2 Personen

  4. Dein Garten im Wald ist ein Traum, auch wenn Du jetzt das Problem „Baumschule – ja oder nein“ lösen musst :-). Wir wohnen in Waldrandnähe, und so verirrt sich so mancher Sämling hier in unseren Garten. Vielleicht kann ich mich irgendwann Deiner Baumschule anschließen und mache eine Abteilung mit einem Baumtopfgarten auf… Mir geht´s ähnlich wie dem Herr Eifgental, ich kann die Sämlinge nur schwer ausreißen. Und so habe ich jetzt einen kleinen Topfgarten mit Birke, Ahorn, Haselnuss, Walnuss ;-).
    Liebe Gartengrüße aus der Kälte
    Inge

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    1. Hallo Inge,
      ja das kenne ich auch, diesen Topfgarten 😉
      Alle Bäume in meinem Garten sind tatsächlich durch Sämlinge heran gezogen worden.
      Bei mir schneit es im Moment, brrr. Die nächsten zwei Tage soll es auch noch Frost geben.
      Liebe Grüße Arlene

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  5. …die Ahornsämlinge sind mir in diesem Jahr zum ersten Mal richtig bekannt geworden…da hat wohl im Herbst der Wind mal in eine andere Richtung geblasen…nun haben wir auch schon zig aus dem Boden gezogen und ich werde demnächst noch genauer schauen…ja genau, versuche es als meditative Entspannung zu sehen, denn weg müssen sie nun mal,

    liebe Grüße Birgitt

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  6. Wir haben einen Samen eines Baumes wachsen lassen, ein hübscher schlanker Baum ist daraus geworden. Kennen tun wir ihn nicht, es muss etwas exotisches sein, denn ich kenne eigentlich die meisten Bäume. Da der Wald weiter weg ist haben wir nicht ganz so viel Arbeit. Mir würde es auch schwerfallen sie zu entfernen.

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