Schneckenjagd beendet!

Nachdem ich Jahrzehnte auf Schneckenjagd gegangen bin, habe ich letztes Jahr beschlossen, daß ab diesem Jahr damit Schluß ist.

Seit eh und je wurde in meinem Garten biologisch gearbeitet, im Kreislauf mit der Natur. Mein großes Vorbild zum Anfang meines Gartens war Marie Luise Kreuther mit ihrem Buch „Der Biogarten“. Aus Liebe zur Natur habe ich vor vielen Jahren angefangen zu Imkern, dürfen Hühner in meinem Garten scharren und picken, damit ich Eier und Fleisch von glücklichen Tieren habe. Ich könnte noch endlos aufzählen was und wie mir der Naturschutz wichtig ist.

Schneckenwanderung

Schneckeninvasionen

Deshalb haderte ich schon jahrelang damit, daß ich während der Wachstumszeit ständig auf Schneckenjagd war. Alles habe ich ausprobiert, von Absammeln bis „Meuchelmord“ und Schneckenkorn das im biologischen Gartenbau zulässig ist, war alles dabei.

Mit welchem Resultat? Jedes Jahr wiederholt sich dieses Spiel. Auch dieses Jahr sind die Nacktschnecken schon wieder unterwegs obwohl wir einen äußerst kalten Winter hatten.

Mein Garten ist mitten auf dem Land umgeben von Wäldern und Wiesen. Dadurch feucht und kühl, er bietet viele  Unterschlupfmöglichkeiten für Schnecken und sie wandern ständig von außen wieder ein. Das heißt, in meinem Garten herrschen optimale Voraussetzungen für Schnecken.

Was war für meine Entscheidung ausschlaggebend?

Durch dieses Schneckeneldorado fühlen sich nicht nur Nacktschnecken wohl sondern auch Weinbergschnecken und unsere heimische Waldschnecke. Mir war jedes mal unwohl wenn ich Schneckenkorn ausbrachte, weil nicht nur die Schädlinge dabei den Tod finden.

Weinbergschnecke

 

Geschweige denn, wenn ich mit dem Messer kam, nein ich möchte nicht mehr töten nur weil mir die Schnecken nicht in mein Konzept passen!

Außerdem hieß es jahrelang, daß diese gefräßigen Nacktschnecken – die Spanische Wegschnecke, ein erst vor Jahrzehnten mit Gemüseimporten aus Spanien eingeschleppter Schädling sei. Seit ein paar Jahren weiß man durch genetische Untersuchungen, daß dem gar nicht so ist. Die Spanische Wegschnecke kommt nicht aus Spanien sondern aus Mitteleuropa und ist somit eine „heimische“ Schnecke. Mehr dazu unter NABU

Es ist zwar unklar warum sie sich in den letzten Jahrzehnten so explosiv vermehrt haben aber in Zukunft möchte ich mich nicht mehr in einem ständigen Kampf gegen die Natur befinden, sondern einen anderen Weg einschlagen.

Was wird sich in meinem Garten ändern?

Seit vielen Jahren hat sich aus diesem Grund die Pflanzenauswahl in meinem Garten schon diesbezüglich verändert. Wenn ich neue Pflanzen, vor allem Stauden, für meinen Garten entdecke, dann ist der erste Blick ob sie ein Leckerbissen für Schnecken sind. Falls ja, dann bekommen sie keinen Platz mehr in meinem Garten. Manchmal fällt es mir schwer aber es macht keinen Sinn und ich bleibe konsequent. Mit einer Ausnahme, aber dazu mehr in einem folgenden Beitrag  😉

Mein ursprünglich großer Gemüsegarten wurde aus diesem Grund schon seit Jahren immer kleiner und dieses Jahr wird es ihn gar nicht mehr geben.

Mit meinem Gemüsegarten war ich sowieso weit davon entfernt Selbstversorger zu sein. Er war dafür da, daß ich meine Familie über die Gartensaison mit einem Teil des benötigten Gemüses versorgen konnte.

Urban Gardening im Landgarten?

Ganz ohne frisches Gemüse aus dem Garten mag ich nicht sein und so werde ich unkompliziertes Gemüse wie Salat oder Buschbohnen usw. versuchen in Kisten zu ziehen. Einen uralten Schubkarren werde ich nicht wegwerfen, sondern bepflanzen. Da wird mir so manches einfallen wie ich den Schnecken mein Gemüse vorenthalte. Da bin ich schon sehr auf meine Experimente gespannt.

Im Landgarten heißt dieses Kistengärtnern nicht Urban Gardening sondern „Ich werde den Schnecken ein Schnippchen schlagen“!

 

 

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19 Gedanken zu “Schneckenjagd beendet!

  1. Bei mir kommen seit Jahren nur noch Pflanzen in den Garten, die Schnecken nicht mögen! Es lebt sich viel leichter, wenn man nicht ständig auf der Jagd ist!
    Dazu habe ich momentan auch einen Post auf meinem Blog und einen sehr interessanten Link dazu! Vielleicht schaust Du ja mal bei mir rein!
    Viele Grüße von Margit

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  2. oh weh, wie gut ich das kenne mit den Schnecken, den eigenen Moralvorstellungen und so weiter. Es ist schlimm, wie die überhand nehmen und eben keine natürlichen Feinde hier haben. Ich allerdings bin Selbstversorger im Gemüsegarten und das klappt (ohne Schnecken ) ganz gut und soll so bleiben. Ohne Schneckenkorn allerdings war das nicht möglich und wäre nicht möglich. Jetzt half in den letzten Jahren die immense Dürre und Hitze im Sommer sie zu reduzieren. Im Ziergarten habe ich notgedrungen auch schon längst umgestellt auf Stauden und Blumen, die von Schnecken nicht gemocht werden. Das ist richtig toll zu sehen, wie solche Pflanzen dann auch wachsen, gedeihen und blühen zur Freude des Gärtnerherzens .Und nicht zerfetzt und zugeschleimt langsam sterben ohne mein Herz jemals zu erfreuen. Viel Glück dann beim Umstellen und viel Freude an den dann überlebenden Pflanzen wünsche ich.

    Viele Grüße Achim

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    1. Hallo Achim,
      du beschreibst das ganz genau so wie ich es im Garten auch erfahren habe. Wenn man Selbstversorger ist, würde es bei mir ohne Schneckenkorn gar nicht gehen.
      Es freut mich sehr, daß du mir ein paar Zeilen schreibst, denn ich hätte dir gerne auf deinem „blogspot“ zum Thema Bodenuntersuchung ein paar Zeilen hinterlassen, aber es war mir aus welchen Gründen auch immer nicht möglich.
      Bin gerne auf deinem Blog unterwegs.
      Liebe Grüße Arlene

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  3. dein Experiment gelingt mit Sicherheit – ich habe das schon vor Jahren in Österreich so gemacht 🙂 Hier auf Teneriffa habe ich allerdings ein größeres Problem und da nützt auch die bepflanzte Schubkarre nicht viel. Meine fressgierigen Feinde klettern nämlich ganz gut – es sind Eidechsen 🙂

    Liebe Grüße und viel Erfolg
    Ingrid
    P.S.: – Nacktschnecken gibt es auf der Insel zum Glück nicht

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    1. Hallo Ingrid,
      vielen Dank! Wenn man die Eidechsen im Urlaub sieht freut man sich immer darüber aber daß sie auch solche Nimmersatte sind! Ich kann mir das gut vorstellen wie sie sich über frischen Salat freuen und sie kommen ja wirklich überall hin.
      Liebe Grüße nach Teneriffa, Arlene

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  4. Wir haben den „Kampf“ gegen die Schnecken auch schon vor ein paar Jahren aufgegeben. Wir haben auch alles versucht, was Du oben schon aufgezählt hast, und es sind gefühlt nie weniger geworden. Unsere kleinen Gemüsebeete habe ich mit Fraufblech eingefasst, da kommen die nicht hoch und ansonsten versuchen wir nur noch das zu Pflanzen, was bei den Schnecken nicht ganz oben auf dem Speiseplan steht.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Hallo Wolfgang,
      nach vielen Jahren hab ich mich nun auch endlich dazu entschlossen.
      Obwohl ich „Schneckenfutter“ wie Rittersporn und ähnliches sowieso nie im Garten hatte. Jetzt möchte ich aber auch die Pflanzen verbannen die die Schnecken nur anknabbern.
      Wünsche euch ein sonniges Wochenende und liebe Grüße Arlene

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  5. Nachdem sie mir letztes Jahr 4 Kürbispflanzen komplett weggefressen hatten, war es bei mir vorbei mit der Moral 😉 Ich halte die Schnecken im Gemüsegarten nun mit Schneckenkorn in Schach. Ansonsten könnte ich wahrscheinlich garnichts ernten…

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  6. 🙂 Genau diese Entscheidung habe ich vor 2 Jahren auch getroffen, nachdem ich einen Sommer lang eine Handvoll Pflanzen den ganzen Sommer durch gegen Schnecken verteidigt habe. Wir haben auch alles gemacht, was einem so einfällt…. echt schlimm… Und am Ende des Jahres hab ich dann beschlossen: So geht das nicht weiter!
    Es gibt nur noch Pflanzen, die nicht von Schnecken niedergefressen werden – ohja, manchmal fällt das schwer.
    Und für den Salat, den ich dann doch unbedingt mal anpflanzen wollte, haben wir jetzt extra ein Hochbeet gebaut – kuck hier: https://dagehtwas.org/2017/04/19/die-blaue-salatkiste/
    Schubkarren bepflanzen find ich auch eine super Idee!
    🙂

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  7. Hallo, danke für den schönen Beitrag, ich habe ihn mit großem Interesse gelesen.
    Ich halte es genauso, ich lasse die Schnecken mittlerweile gewähren. Die etablierten Pflanzen erleiden kaum Fraßschäden, neu erworbene Pflanzen härte ich einige Zeit im Topf hochstehend ab, bis sie sich an das rauhe Klima außerhalb der Kinderstube, an Wind, Regen und sonstige Wetterphänomene gewöhnt haben. Sie sind dann robuster und weniger lecker, nehme ich an. Nur in seltenen Fällen lege ich einen kleinen Kranz Schneckenkorn um Neuanpflanzungen.
    Ich bin sogar schon so weit gegangen, Schnecken im Garten auszusetzen, weil sie doch auch schön anzusehen sind. 🙂

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    1. Vielen Dank, naja Schnecken hab ich noch nicht ausgesetzt aber innerhalb meines Grundstückes hab ich sie an andere Plätze verfrachtet.
      Und schön daß du ein paar Zeilen geschrieben hast, so konnte ich auch deinen Garten kennenlernen.
      Liebe Grüße Arlene

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    1. Ja ein Schneckenzaun wäre eine Möglichkeit und funktioniert auch wenn man am Rand immer Ordnung hält damit keine Brücken für Schnecken entstehen. Ich glaub da ist meine Wildnis zu groß 😉
      Liebe Grüße Arlene

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