Das Gartenjahr beginnt mit einem Meer aus Blüten

Am Grundstücksende in meinem Garten, in einem lichten Waldbereich wachsen diese Märzenbecher seit ich denken kann. Und sie haben ihr passendes Plätzchen gefunden, denn es werden immer mehr.

Die Märzenbecher oder Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum) genannt liebt feuchte, nährstoffreiche eher saure Lehmböden mit Mulmanteil und ist somit ein Feuchtigkeitszeiger in der freien Natur.

Der deutsche Name kommt von dem knotenförmigen, unterständigen Fruchtknoten. Das „vernum“ im wissenschaftlichen Namen bedeutet im „Frühjahr blühend“.

Zum Ende des Winters bin ich schon immer an diesem Platz und sehe nach ob ich die ersten grünen Blattspitzen entdecke. Denn dann benötigt es nur noch ein paar wärmere Tage und die Blüten explodieren regelrecht aus dem Boden.

Die Pflanze ist ein Zwiebelgewächs. Ihre Zwiebelchen sind etwa 2 cm dick und wurzeln in cirka 30 cm Tiefe. Zum Glück, denn so schützt sie sich einigermaßen vor schnellem Ausreißen, wenn Spaziergänger sie mit in den Garten holen möchten.

Wildbestände der Märzenbecher gelten als besonders geschützt und sind in der Roten Liste als gefährdet gelistet. Durch Zucht und Auslese gibt es cirka 800 Sorten. In gut sortierten Gärtnereien können auch diese einheimischen Märzenbecher gekauft werden.

Der grüne Fleck an den Blütenblättern, ein Saftmal, ist ein Orientierungssignal für Insekten der sie zu Nektar und Pollen führt.

Vor allem durch das Pollenangebot ist sie eine wichtige Bienenpflanze in dieser noch blütenarmen Zeit. Die Bienen gelten als ein Hauptbestäuber für die Frühlingsknotenblume.

Nach der Blüte ziehen die Blätter bis Sommeranfang wieder ein, sowie wir es auch von anderen Zwiebelblühern her kennen. Die befruchteten Blüten senken sich mit ihren Fruchtknoten bis zum Boden. An den Samen ist ein Nährkörper angewachsen den die Ameisen gerne fressen. Die Ameisen schleppen diesen in ihren Bau und „verlieren“ dabei den Samen und sorgen so für die Ausbreitung der Märzenbecher.

Wenn sie in einer so großen Anzahl blühen kann man ihren leichten Veilchenduft in der Luft wahrnehmen. Dieser Duft ist mir seit je vertraut und ich verbinde ihn mit einer wunderschönen Zeit im Gartenjahr!

Verlinkt bei: Ein Fachwerkhaus im Grünen

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24 Gedanken zu “Das Gartenjahr beginnt mit einem Meer aus Blüten

  1. Ein sehr schöner Artikel mit wunderschönen Bildern, bei dem ich selbst auch viel gelernt habe über den Märzenbecher. Interessant finde ich auch immer, dass man Pflanzen als Indikator nehmen kann, so wie hier als Feuchtigkeitsanzeiger.
    Loretta und ich freuen uns sehr, dass Du an unserer Linkparty teilnimmst.

    Viele liebe Grüße und einen schönen Sonntag

    Wolfgang

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  2. so wunderschöne Bilder von den Frühlingsknotenblumen und ein sehr lehrreicher Beitrag…..danke! Auch bei mir im Garten hab ich so ein kleines Fleckchen, wo es den Frühlingsknotenblumen gefällt und sie werden jedes Jahr mehr!

    Liebe Grüße
    Eva

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  3. Wunderbare Bilder und ein sehr informativer und interessanter Text. Solch ein Wildbestand direkt am Gartenzaun ist natürlich ein Traum, da wird man ja vom Frühling regelrecht überfallen, wenn die Temperaturen stimmen ;-). Ich habe mir dieses Jahr auch Märzenbecher beim Staudenzüchter bestellt – bisher hatte ich nur Schneeglöckchen, aber Märzenbecher gefallen mir noch besser! LG Marion

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  4. …diese Märzenbecherwiese ist traumhaft schön…so kenne ich das hier leider gar nicht…die hätte ich auch gerne im Garten…letztes Jahr habe ich welche gepflanzt und grüne Spitzen sind auch zu sehen, aber ob sie blühen werden? ich hoffe sehr,

    LG Birgitt

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  5. Liebe Arlene,
    über die Linkparty beim Fachwerkhaus im Grünen bin ich gerade hier reingestolpert und so sehr angetan von Deinem herrlichen Post und den wunderschönen Bildern! Wie schön, dass die Märzenbecher bei Dir in so riesiger Anzahl blühen, sowas habe ich noch nie gesehen. Seit vier Jahren versuche ich, sie in meinem Garten anzusiedeln und dieses Jahr blühen sie zum allerersten Mal – es scheint, als hätte ich den richtigen Platz für sie gefunden (unterm Holunder, wo es immer relativ feucht bleibt). Ich freu mich so und hoffe, dass sie sich fleissig vermehren.
    Danke für Deinen schönen Post.
    Alles Liebe,
    Nadia

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    1. Liebe Nadja,
      vielen Dank, ja das Märzenbecherfeld ist schon etwas besonderes. Und benötigte Jahrzehnte daß es zu dieser Größe wuchs.
      Wenn sie mal das richtige Plätzchen gefunden haben dann werden sie jedes Jahr mehr.
      Liebe Frühlingsgrüße Arlene

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  6. Sehr schöne Bilder – was für ein toller Blütenteppich !! Vieles in deinem Beitrag war mir neu und die hübschen grünen Tüpfel an den Blüten habe ich für „Deko“ gehalten 😉 Interessant, daß das ein Flugleitsystem ist 🙂 Vielen Dank für diesen schönen und interessanten Beitrag !

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