Wie wurde Madeira zur Blumeninsel?

 

Wie wurde Madeira, diese portugiesiche Insel im Atlantik zur Blumeninsel?

Als wir vom Flughafen Richtung Funchal in einem April in die Hauptstadt Madeiras gefahren sind, fiel mir auf daß überall an den Hängen und den schmuddligen Ecken die Kapuzinerkresse wucherte aber ansonsten, wo sind die Blumen?  Wer glaubt, daß es auf Madeira überall blüht wird enttäuscht sein.

Bananenplantagen
Bananenplantagen westlich von Funchal

Vielmehr ist sie eine sehr grüne Insel. Von den portugiesischen Entdeckern wurde sie Ilha da Madeira genannt die Holzinsel, wegen der dichten Wälder. Und ihre erste Siedlung nannten sie Funchal, nach dem wilden Fenchel der auf der Insel wuchs. Leider ist von den Wäldern nicht mehr viel übrig. Der Wandel von der Holzinsel zur Blumeninsel fand im 18. Jahrhundert statt.

Fahrt nach Porta da Cruz
Bei der Fahrt über die Insel in Richtung Porta da Cruz

Die vielen Pflanzen die mit Madeira in Verbindung gebracht werden und überall auf den Prospekten und Reiseführern zu sehen sind, sind ursprünglich gar nicht heimisch auf Madeira. Sondern wurden eingeführt, wie die Strelitzien, Protea, Schmucklilien, Korallenbaum, Jacaranda und viele andere großblütige und exotischen Pflanzen.

Jacaranda
Jacaranda Mimosifolia – Der Palisanderbaum kommt aus Brasilien
Digital StillCamera
Jacaranda als Straßenbaum

Madeira lag auf dem Weg, wenn die Entdecker früherer Zeiten aus den Kolonien ihre Pflanzenschätze mit brachten und so sollen rund 2000 Arten aus fünf Kontinenten dort wachsen. Das außergewöhnliche „frühlingshafte“ Klima der Insel tat sein übriges, daß es dort wächst und gedeiht. Vor allem die Briten nahmen gerne Madeira als Zwischenstation und brachten viele neue Pflanzen mit, denn im kühlen England hätten diese oft gar keine Chance gehabt zu überleben.

Und so kam es, daß Madeira zur Blumeninsel wurde. Weniger auf dem Land aber überall in den Parks, Gärten und in Funchal selbst sieht man an allen Ecken exotische Pflanzen.

Verschiedene Palmen in Funchal

Das ganze hat aber auch seine negative Seiten denn die heimischen Pflanzen werden verdrängt. Die madeirensischen Naturschützer sind darüber gar nicht so glücklich, daß eine südafrikanische Pflanze die Strelitzie (Paradiesvogelblume) mittlerweile schon als Wahrzeichen der Insel gesehen wird weil sie überall in den Gärten blüht. Vor allem in Funchal am Markt werden sie für die Touristen verpackt, bald jeder zweite hat sie in Pappschachteln mit ins Flugzeug genommen. Auch ich hab mir ein „Unkraut“ mitgenommen, Wurzeln von der Schmucklilie (Agapanthhus) die häufig an den Wegesrändern wachsen.

Agapanthus auf dem Weg zu „Blandy´s Garden“ kurz vor der Blüte

Madeira hat aber viele heimische Pflanzen zu entdecken. Am bekanntesten ist Echium candicans ein blaublühendes strauchförmiges Natternkopfgewächs. Oder die bekannten Lorbeerwälder, eine typische Vegetation für Madeira, die die Unesco in die Liste des Weltnaturerbes aufnahm.

Ich hatte mir ein Pflanzenbuch mit genommen mit dem Titel „Madeira – Was hier alles wächst!“ In diesem Buch werden die Pflanzen je nach Wuchsort eingeteilt: In den Gärten, Küstenvegetation, Entlang der Levadas, Im Loorbeerwald, Auf Felsen und Gebirge und  Nutzpflanzen. Damit man unterscheiden kann was heimisch ist und was importiert wurde.

Madeira ist so viel mehr als nur die „Blumeninsel“. So ein kleiner Tagtraum mitten im Winter …

 

Merian – Einzigartige Flora auf Madeira

 

 

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2 Gedanken zu “Wie wurde Madeira zur Blumeninsel?

  1. Danke für den schönen Beitrag. Ich war 1 1/2 Tage auf der Insel, leider nicht lange genug, um viel zu sehen. Aber wir waren in Funchal, auch in Parks und ich fand es herrlich, zumal es angenehm warm im Winter war 🙂 So ein Buch wie das über Madeiras Pflanzenwelt hätte ich über meine Region auch gerne. LG Floristin

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