Anfang September – Gartenstreifzug

Anfang September ist der Herbst bereits deutlich zu spüren, nicht nur bei den Stimmungen sondern auch bei den Pflanzen.

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Reitgras – Calamagrostis x acutiflora ´Karl Foerster´

Bei mir beginnt die Zeit, dass ich relativ wenig Sonne im Garten habe wegen dem umliegenden Wald. Ich kann z.B. nur noch Rasenmähen wenn es länger nicht geregnet hat, weil jetzt bereits alles feucht ist und nichts mehr abtrocknet. Manches liebt dieses Kleinklima und anderes kann ich eben aus diesem Grund hier nicht kultivieren. Man arrangiert sich damit und ich zeig euch heute wie es jetzt in meinem Garten aussieht.

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Der Garten um 11:00 Uhr Vormittag. Der größte Teil ist noch im tiefen Schatten.

 

Weil mein Garten im Herbst nicht so sehr mit Sonne verwöhnt wird, mag ich Gelb als Blütenfarbe die mir ein Leuchten auch in dunkle Ecken bringt. Auch wenn die Pflanzen dort nicht so viele Blüten bringen gedeihen sie aber trotzdem recht ansehnlich.

Jetzt beginnt auch die Hauptsaison meiner eher unscheinbaren wenig spektakulären Pflanzen die aber bei genauerem Hinsehen sich als kleine Besonderheiten zeigen. Da gehört die winterharte Fuchsie dazu, die mit ein wenig Winterschutz gut über die kalte Jahreszeit kommt. Sie braucht zwar fast den ganzen Sommer bis sie sich entwickelt aber jetzt im Herbst blüht sie unermüdlich.

Auch die Staudenbegonie, siehe Die Staudenbegonie – ein Herbstblüher und der Oktobersteinbrech- Saxifraga fortunei ´Wada´ gehört zu diesen Besonderheiten in meinem Garten.

Storchschnäbel gibt es auch mit verschiedenen Blütezeiten. Der linke ist Geranium ´Rozanne´ eine Sorte, das ein Ehepaar in ihrem Garten in England entdeckte. Ein Dauerblüher vom Sommer bis zum Herbst. Rechts im Bild, das ist der Sibirische Storchschnabel – Geranium wlassovianum, eine anspruchslose, spät und lang blühende Art mit wunderschöner orangeroter Herbstfärbung des Blattes.

Pflanzen bei denen ich möchte, dass sie sich selbst aussamen lass ich die Samenstände stehen und lasse sie selbst bestimmen wo sie wachsen mögen. Die unerwünschten Sämlinge reiß ich dann nächstes Jahr raus. So mach ich das schon Jahrzehnte lang. Jetzt hat das ganz auch einen Namen bekommen – Blackbox Gardening.

Die von mir sehr geschätzten Gartenprofis Christian Kress und Jonas Reif haben darüber ein Buch geschrieben und geben darin für Anfänger als auch Profis Tipps für diese Art zu gärtnern.

Dieses Jahr war ich etwas zu spät mit der Ausaat der Kürbispflanzen, so kommen sie erst jetzt richtig in Fahrt. Für die eine oder andere Kürbissuppe wird es auf alle Fälle reichen.

Wenn man auch im Herbst sich Pflanzen wünscht die frische Blätter haben, so ist es wichtig nach ihrem ersten Höhepunkt sie komplett zurück zuschneiden. Ich mach das bei Stauden wie im linken Bild bei der Akelei oder rechts bei den Pfefferminzen und vielen anderen Pflanzen. So stehen sie jetzt nicht mit braunen und angetrockneten Blättern im Beet sondern frisch und munter und zeigen teilweise nochmals eine kleinere Nachblüte wie z.B. die Katzenminzen.

Ein Dauerthema in meinem Garten sind die Nacktschnecken und ganz besonders in diesem feuchten Jahr.

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Schneckenwanderung

Ganze Schneckenwanderungen geistern durch meinen Garten. Wenn der Garten so wie bei mir mitten in der Natur liegt, dann ist das schon eher eine Sisyphusarbeit gegen Schnecken zu kämpfen die ständig von allen Seiten wieder einwandern. Und allein das Wort kämpfen sagt alles aus. Ich hab allmählich keine Lust mehr dazu. Mittlerweile gehört die Nacktschnecke halt dazu und ich werde mich mit ihr arrangieren und nur noch Pflanzen kultivieren die nicht auf ihrem Speisezettel stehen.

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Schneckenfrassbild an Funkie

Nur bei meinen geliebten Funkien seh ich ein Problem. Da hab ich mittlerweile eine kleine Sammlung davon und die mag ich nicht aufgeben. Seit den letzten Jahren , wenn eine neue Funkie dazu kommt, suche ich ausschließlich Sorten aus die etwas Schneckenresistenter sind, d.h. sie haben festere Blätter und werden nicht so gerne von den Schnecken genommen.

Hier hab ich noch ein paar Pflänzchen von selbst gezogener Arznei-Königskerze die einen Platz im Garten suchen. Eine zweijährige Pflanze die im ersten Jahr eine Rosette bildet und im zweiten Jahr dann den Blütenstand. Die Blüten können arzneilich verwendet werden. Ich werde eine Teemischung daraus machen.

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Arznei-Königskerze, Verbascum densiflorum

Jetzt zeig ich euch noch Miezes Lieblingsplatz. Seit Jahren hat sie im Sommer diesen Platz auserkoren. Leichter Schatten und gute Übersicht scheinen ihn attraktiv zu machen. Zum Ende der Saison ist dann der Rasen ganz braun an der Stelle. Aber leider wird das Wetter die Katze bald ins Haus verbannen.

Wehmut schwingt schon ein wenig mit sich, wenn der Sommer sich langsam verabschiedet.

Aber dann gibt es auch wieder anderes zu bestaunen, wie gestern diese Wolken am Himmel die sich innerhalb weniger Minuten von diesem Blau in einen leuchtenden Sonnenuntergang wechselten.

Es hilft nichts, der Sommer ist vorbei und allmählich freue ich mich auch schon auf den Herbst. Es muss halt erst der Schalter umkippen auf Herbststellung.

Wie geht es euch? Fällt es euch auch schwer den Sommer zu verabschieden oder ist der Herbst eure Lieblingszeit?

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7 Gedanken zu “Anfang September – Gartenstreifzug

  1. Ein wundervoller Garten in dem würde ich mich aus so wohlfühlen wie die Katze ! Mir fällt es schwer den Sommer gehen zu lassen. Zwar mag ich die herbstlich warmen Töne in der Natur, aber danach kommt dann die graue Nebelzeit und die mag ich nicht so sehr, obwohl man manchmal interessante Fotos schießen kann. Deine Himmelsbilder mag ich auch sehr ! .

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  2. Über Schneckenwanderung kann ich nicht klagen ;). Ich liebe den Sommer (und den Herbst, den Frühling, nur den Winter nicht), aber dieses Jahr stellt er mich oder besser meinen Garten auf eine harte Probe. Naja, der Herbst ist auch hier eingekehr, denn die Blätter fallen danke Hitze und Trockenheit viel früher. September ist für mich einer der schönsten Monate, magisches Licht. Geniesse es 🙂

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    1. Mittlerweile versuche ich meinen Garten auf diese Extreme von Trockenheit oder Nässe soweit es möglich ist umzustellen. Pflanzen zu kultivieren, die mit beiden Situationen einigermaßen zurecht kommen usw.. Das garteln wird nie langweillig!
      Das stimmmt, dieses Licht liebe ich auch sehr.
      Liebe Grüße Arlene

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  3. Ich bin immer hin-und hergerissen: Ich mag den Sommer so sehr, aber meist freue ich mich auch auf den Herbst, wenn sich die Blätter und Blumen hier in den umliegenden Wälder und natürlich in meinem Garten in einem Farbenmeer verabschieden. Dein Garten gefällt mir, ich werde mir jetzt mal weitere Beiträge von dir anschauen 🙂 LG Floristin

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    1. Ich glaube so geht es den meisten. Wenn man gerne in der Natur und im Garten ist mag man letztendlich alle Jahreszeiten, aber der Sommer … da wächst und gedeiht es.
      Danke und es freut mich, dass du bei meinen Streifzügen dabei bist.
      LG Arlene

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