Buchsbaumzünsler – Buchsbaum in Gefahr!

Der Buschsbaum galt lange als robuste und problemlose Pflanze im Hausgarten. Immer mehr bekommt der Buchsbaum Probleme mit dem Buchsbaumzünsler (Diaphania perspectalis), einen Falter aus Süd-Ost-Asien.

Vermutlich wurde dieser Falter über Containerschiffe aus Asien eingeschleppt und verbreitet sich seit 2006 in Deutschland.

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Buchsbaum – bei Sonnenschein und Regen. Längst schon Vergangenheit

Bei mir im Garten, in Südostbayern entdeckte ich ihn das erste mal im September 2013. Ich hatte zum Glück keine Buchsbaumhecken sondern „nur“ mehrere Buchsbaumkugeln und einzelne Büsche mit bis zu einer Höhe von 150 cm im Garten wachsen. Viele davon vermehrte ich durch Stecklinge selbst und ich mochte sie sehr gerne, weil sie dem Garten im Winter ein fantastisches immergrünes Gerüst gaben.

Lange träumte ich auch von einem klassischen Buchsgarten. Wie bin ich jetzt froh, dass ich das nie verwirklichte. Denn mit dem Buchsbaumzünsler wäre das ganze Gartenbild zerstört worden.

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Raupe eines Buchsbaumzünsler – Diaphania perspectalis

Der Buchsbaumzünsler legt seine Eier vor allem an den äußeren Blättern des Buchsbaumes ab. Aus diesen Eiern schlüpfen dann die Raupen. Diese fressen zuerst die Blätter und später sogar die Rinde. Dabei sterben die Pflanzenteile oberhalb der Frassstelle ab. Da bei warmen Temperaturen die Entwicklung vom Ei zum Falter sehr schnell abgeschlossen wird, können sich im Jahr bis zu 4 Generationen entwickeln.

Meist beginnt der Befall an den unteren Ästen und im Inneren des Buchsbaumes. Deshalb wird häufig der Befall übersehen. Und erst wenn sie sich zum äußeren Bereich durchgefressen haben wird das Schadbild deutlich und sie werden entdeckt.

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Innerhalb kürzester Zeit wurde wieder ein Buchsbaum komplett vernichtet neben einem „noch“ Gesunden.

Wer den Kampf gegen diese Schädlinge aufnehmen möchte muss seine Buchsbaumpflanzen regelmässig auf Raupen kontrollieren, vor allem auch im Inneren der Pflanze. Bei wenigen Pflanzen kann mit der Hand abgesammelt werden oder mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt und dabei die heruntergefallenen Raupen auf einer Folie aufgefangen werden. Ansonsten hat man nur die Möglichkeit mit dafür zugelassenen, am besten biologischen Pflanzenschutzmittel zu arbeiten, wie z.B. Bacillus Thuringiensis oder Azadirachtin (Neemöl). Dieses gestaltet sich meist als recht schwierig, weil ja vor allem im inneren der Pflanze gespritzt werden muss.

Auch können Gelbtafeln aufgehängt werden um zu kontrollieren ob der Falter unterwegs ist. Mit Gelbtafeln wird nicht behandelt sondern es werden Fluginsekten lediglich abgefangen, eine Kontrolle ob der Schädling im Garten unterwegs ist.

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Schadbild am Buchsbaum

Die ersten zwei Jahre versuchte ich durch absammeln und mit Wasser abspritzen, dem ganzen Einhalt zu gebieten. Aber ich kam nicht hinterher. Und dass ich eine Pflanze nur durch Spritzungen, auch wenn sie biologisch sind erhalten kann, entspricht nicht meiner Vorstellung. Aus diesem Grund wird es in meinem Garten bald keinen Buchsbaum mehr geben.

Leider hat der Buchsbaumzünsler bei uns keine natürlichen Feinde, teilweise wurde beobachtet, dass Singvögel sich an den Raupen probieren.

Der Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus sempervirens) und der Kleinblättrige Buchsbaum (Buxus microhylla) sind besonders gefährdet. Der Buxus sempervirens ´Rotundifolia´soll besonders betroffen sein.

Mein Garten hat sich bereits durch das Absterben der Buchsbäume im Erscheinungsbild verändert. Mittlerweile schaue ich um Ersatzpflanzen. Da wird die Buchsblättrige Berberitze (Berberis buxifolia ´Nana´), Liguster (Ligustrum vulgare ´Lodense´) oder auch die Heckenmyrthe (Lonicera nitida ´Elegant´od. ´Maigrün´) empfohlen.

Die Lonicera nitida ´Maigrün´wächst in meinem Garten bereits seit vielen Jahren und lässt sich sehr leicht vermehren. Auch wenn sie nicht immergrün ist, so ist sie doch wintergrün und schaut auch im Winter recht annehmbar aus. Sie hat nur einen Nachteil, dass sie sehr wüchsig ist und deshalb häufiger geschnitten werden muss!

 

 

 

 

 

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8 Gedanken zu “Buchsbaumzünsler – Buchsbaum in Gefahr!

  1. Ohje, ohje, es fiel mir schwer bei dem Thema auf ‚gefällt mir‘ zu klicken. Hier in Norddeutschland ist der Zünsler glaube ich noch nicht so ein Thema und viele Leute kaufen ihre Buxis in den Baumschulen, wo er nicht auftritt. Aber was nicht ist …Ich frage mich, ob Hühner die Raupen fressen, kommen beide nicht von hier und wenn der nicht ähnlich eklig ist wie Kohlweißlingsraupen (die ja anscheinend niemand fressen will obwohl einheimisch) wäre das gutes Rüstzeug.

    Mitleidende Grüße, Oli

    Gefällt 1 Person

    1. Mittlerweile hab ich mich schon abgefunden. Ich finde es nur heftig, dass dadurch die natürlichen Vorkommen des Buchses in Deutschland (Südwest) vernichtet werden.
      Da hast du recht. Bis jetzt ist mir noch nicht aufgefallen, dass meine Hühner am Buchs zupfen. Ich werd mal besser aufpassen.
      Liebe Grüße Arlene

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  2. Liebe Arlene,
    leider macht der Zünsler wohl vor keinem Buchsbaum Halt.
    Ich musste bereits vor zwei Jahren alle Buchs entfernen, da es nur möglich gewesen wäre, diese mit regelmäßigen Gifteinsätzen zu erhalten.
    Als Ersatz macht sich der Portugiesische Lorbeer sehr gut. Sieht hübsch aus, ist immergrün, winterhart und schnittverträglich.
    Eine gute Alternative zum Buchs, mit der ich die besten Erfahrungen gemacht habe.
    Liebe Grüße aus Österreich
    Dani

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