Rosen – 5 Tipps zur richtigen Sortenwahl

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Beetrose „Leonardo da Vinci“

Die Vielfältigkeit und Variabilität der Rose hat schon etwas faszinierendes. Kein Wunder, dass man oft mal vor der Fülle der Rosen steht und nicht weiß welche die richtige ist. Mit ein wenig Wissen darüber ist es gar nicht mehr so schwierig mit der „Königin der Blumen“ umzugehen.

Im 18. Jahrhundert wurde mit gezielter Rosenzüchtung begonnen und es gibt nun mittlerweile über 30.000 verschiedene Sorten. Ich möchte hier gerade für Rosenneulinge eine kleine Hilfestellung zur richtigen Sortenauswahl geben:

Tipp 1 – Wuchsform

Welches Bild möchte ich im Garten mit einer Rose erreichen?  Deshalb ist die Auswahl der richtigen Wuchsform wichtig.

Es gibt verschiedene Wuchsformen der Rosen und um diese zu unterscheiden werden sie in Rosengruppen eingeteilt. Von Zwergen ab 30 cm Höhe bis zu Riesen die 10 m hoch wachsen können. Hier eine Auflistung der wichtigsten Rosengruppen:

  • Edelrosen (Teehybriden), ca. 80 bis 100 cm hoch: Das sind die sogenannten „Königinnen der Rosen“.  Meist sehr grosse, edelgeformte und auch gefüllte Blüten die häufig straff aufrecht einzeln auf kräftigen Stielen stehen. Wirken deshalb oft stackelig. Für Einzelpflanzungen in Beeten und zum Schnitt.
  • Beet-Rosen (Polyantha- und Floribundarosen), ca. 50 bis 100 cm hoch: durch die reiche Verzweigung wirken sie wie kleine Büsche und sind meist Dauerblüher bis zum Herbst. Kommen besonders schön zur Geltung wenn sie ab 3er-Gruppen gepflanzt werden. Neuere Sorten sind meist sehr robust. Für Gruppenpflanzung im Beet und Mischpflanzung mit Stauden.
  • Bodendeckerrosen  bis 100 cm hoch: Das sind Rosen die einen flach wachsenden, flächigen und oft stark bogigen Wuchs haben. Sind optimal für flächige Anpflanzungen (z.B. Böschungen) geeignet und oft besonders pflegeleicht.
  • Zwergrosen (Patiorosen) von ca. 30 bis 50 cm hoch: werden gerne für Steingärten, Töpfe, und auch Grabbepflanzung verwendet.
  • Strauchrosen  bis 200 cm hoch: Robuste meist kräftig wachsende Sorten  mit aufrechten Wuchs und oft leicht überhängenden Zweigen. Mit zahlreichen einfachen bis gefüllten Blüten. Es gibt Sorten die mehrmalig blühen. Sind einzeln, in der Gruppe oder in einer Hecke schöne Blickpunkte.
  • Kletterrosen  bis 300 cm hoch: bilden meterlange Triebe die angebunden werden müssen. Hier sind auch unterschiedliche Wuchsformen zu beachten. Manche wachsen mit straffen Trieben aufrecht und andere wachsen eher breit. Das ist unbedingt zu beachten, je nach dem für welchen Verwendungszweck die Kletterrose gepflanzt wird. Mit einer breit wachsenden Kletterrose wird man an einem schmalen Torbogen nicht glücklich, da gibt es immer blutige Arme!
  • Ramblerrosen (vom engl. ramble – umherschweifen) bis 10 m hoch: Eine kletternde Rose mit langen weichen und biegsamen Trieben. Wildrosenartige Blütenbüschel und meist einmal blühend. Für naturnahe Gartengestaltung!
  • Stammrosen: Halbstammrosen – 60cm Stammhöhe, Hochstammrose – 90 cm Stammhöhe, Kaskadenstammrose – 140 cm Stammhöhe. Hier handelt es sich um Rosen aus verschiedenen Gruppen die auf einen Stamm veredelt worden sind. So bleibt eine Edelrose aufrecht am Stamm oder eine Bodendeckerrose hat einen hängenden Wuchs vom Stamm.
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Ramblerrose „Bobby James“

Tipp 2 – Blütenform und Farbe

Die Blütenform und Farbe trägt wesentlich zum Erscheinungsbild der Rose im Garten bei.

  • Kleine oder große Blüte.
  • Einfache Blüte (Insektenmagnet) oder leicht bis stark gefüllte Blüte.
  • Einmalblühend oder bis zum Herbst blühend, wobei letztere auch meist Blühpausen haben um wieder neue Knospen zu entwickeln.
  • Kräftige Farbe oder pastellige Farbtöne. Welcher Farbton harmoniert am besten mit den Pflanzen die bereits im Garten sind …
  • Mit oder ohne Duft.

 

Tipp 3- Sich informieren

Eine Rose ist keine Saisonpflanze sondern kann über Jahrzehnte im Garten leben. Die richtige Auswahl robuster Rosensorten ist das A und O  um wüchsige, wenig krankheitsanfällige Rosen im Garten zu kultivieren.

Ein Rosenkenner der eine bestimmte Sorte unbedingt im Garten haben möchte, weiß genau wie er mit deren eventuellen Zipperlein und Empfindlichkeit umgeht. Ein Rosenneuling oder jemand der noch nicht so viel Erfahrung damit hat, tut gut daran sich vorab über die Sorten zu informieren um sich Rosen in den Garten zu setzen die auch ohne Pflanzenschutzmaßnahmen gesund gedeihen.

Die wenigsten von uns sind in der glücklichen Lage einen Rosenspezialisten  in der Nähe zu haben bei dem wir optimale Beratung bekommen. Und so führt der Weg in die nächste Gärtnerei oder Center, die meist nur ein begrenztes Rosensortiment zu bieten haben und man entscheidet bei der Sortenwahl oft aus dem Bauch raus.

Mittlerweile gäbe es aber so viele Züchtungen bei denen neben dem Wuchs und der Blüte, die Gesundheit mit an vorderster Stelle steht. Es ist schade wenn wir uns heute noch kränkelnde, blattlose Rosen in den Garten setzen!

Mein Tipp, im Internet bei den verschiedenen Züchtern über ihr Sortiment informieren! Diese Webseiten sind äußerst informativ und interessant. Die Wuchsform, Anfälligkeit für Krankheiten, Blütenfarbe, Blütengröße, Duft und mehr wird über jede Rose aufgeführt. Ein guter Anhaltspunkt um die optimale und gesunde Rose für den Garten zu finden.

Manche bieten sogar kostenlos gedruckte Kataloge an. Für mich immer eine wunderbare Beschäftigung für den Winter um in diesen meist sehr schön gestalteten Katalogen zu schmökern. Je mehr man sich mit diesem Thema befasst umso spannender wird es.

Wer nicht über das Internet bestellen mag, kann bei seinem Gärtner nachfragen ob er die gewünschte Sorte  beim nächsten mal mitbestellt, vielleicht hat er den Züchter in seinem Programm. Die meisten Gärtnereien haben dafür ein offenes Ohr.

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Strauchrose „Eden Rose“

 Tipp 4 – ADR-Rosen

Eine grosse Entscheidungshilfe ist die Liste der ADR-Rosen (ADR = Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung).

Bei dieser Prüfung werden neue Rosensorten an 11 verschieden klimatischen Standorten in Deutschland von Experten über 3 Jahre gesichtet und bewertet. Erfüllt eine Sorte die Anforderungen an Widerstandsfähigkeit, Winterhärte, Wuchsform, Wirkung der Blüte, Selbstreinigung usw. kann sie in diese Liste aufgenommen werden.

Ältere Sorten die früher ein ADR-Prädikat bekamen aber mittlerweile von Sorten mit vergleichbaren Eigenschaften übertroffen wird, denen wird auch dieses Prädikat wieder aberkannt. Eine betroffene Sorte ist die allbekannte „Schneewittchen“. 2004 wurde ihr das Prädikat wieder aberkannt. Aus diesem Grund immer die Aktuelle Sortenliste beachten. Im Moment sind auf dieser Liste 179 Sorten der verschiedenen Rosengruppen:

http://www.adr-rose.de/download/adr_gesamt_2015.pdf

Schaut in der Gärtnerei auf das Etikett, denn dort steht es immer darauf, falls diese Rose das ADR-Prädikat hat!

 

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Strauchrose „Westerland“

Tipp 5 – Blick über fremde Zäune

Schaut über Nachbars Zaun.

Welche Rose gefällt, wächst gesund, blüht wunderschön usw.  Fragt um die Sorte, damit habt ihr schon die halbe Miete, denn das zeigt, dass der Rose das örtliche Klima passt.

Es gibt öffentliche Rosengärten oder Rosenschaupflanzungen bei größeren Gärtnereien. Diese besuche ich nicht nur während der Blüte sondern vor allem auch einmal im Herbst. Denn, dass Rosen im Herbst noch grünes gesundes Laub besitzen hängt sehr stark von der Sorte ab. Da hilft meist die ganze Chemie nichts, im Herbst zeigt sich die Robustheit einer Sorte.

Die bekannte Strauchrose „Westerland“ ist bei mir sogar wintergrün und verliert erst die Blätter beim Neuaustrieb im Frühjahr. Sie hat vielleicht nicht die schönste Wuchsform aber das gesunde Blatt ist mir wichtiger.


Die richtige Sorte ist der erste Grundstein für gesunde  Rosen im Garten, weiter geht es dann mit Standort, Pflanzung, Düngung, Schnitt usw.

Deshalb werde ich als nächstes „Tipps dür den richtigen Standort und Pflanzung“ geben.

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6 Gedanken zu “Rosen – 5 Tipps zur richtigen Sortenwahl

  1. Hallo,
    sehr informativer Blog. Genau meine Meinung, die Sortenwahl und Gesundheit ist das A und O bei den Rosen, um damit Freude zu haben. Ich benutze immer bei der Sortenwahl den Katalog der Rosenschule Draeger, da die Sortenbeschreibungen sehr informativ sind und vor allem viele Rosen von verschiedenen Züchtern im Angebot sind. Gerade unter den jüngeren ADR Bodendecker- und Kleinstrauchrosen sind super gesunde Sorten dabei, die außer ein paar Läusen im Frühjahr nichts mehr kriegen.
    Viele Grüße
    Anja

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    1. Hallo Anja,
      danke für dein Lob. Freut mich sehr wenn das von einer Gärtnermeisterin kommt.
      Ich hab dann auch gleich auf deine Seite geschaut. Sehr toll was du anbietest und werde jetzt regelmäßig deine Gartenkolumnen lesen.
      LG Arlene

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  2. mein Weg: sehr lehmiger Boden, viel sonne, viel wind, Strauchrosen, wachsen lassen.. ruhig meterhoch..wenig schneiden.. solche rosen sind mein Favorit, dazu einige Edelrosen und mix aus alten und neuen sorten. dazu einige englische.. viele Hecken als grüner kontrast, und anderes wie obstbäume… ich habe keine unterpflanzung, sondern mähe oder schneide weg, was stört, so verwildern meine Rosenbeete wie in uralten Friedhöfen und die rosen lieben es..blühen dieses jahr um die Wette.. dazu viel Zeit..damit sie groß und breit werden.. und besucht rosarien.. Rosengärtnereien,, auch nach Regen, bei Kälte, Nässe, im Herbst.. ( Hagebutten) nachblüte.. man lernt so so viel…sammelt alte hefte bücher und seid nicht unglücklich,wenn es auch mal Jahre mit wenig Blüten, blattläusen..Rost, Besuch von Rehen, die alles wegfressen gibt..alles normal…aber wenn es dann blüht in einem Jahr wie verrückt..das ist ein schöner Lohn .(.ich mulche nur, hacke und grabe nie um mehr, nur zum Start, kein zusätzlicher dünger mehr.., aber viele Kräuter sonst im Garten, ,die ich immer wieder kurzschneide und unter die rosen lege.. aber habe schweren tonigen sehr fruchtbaren boden..) liebe grüße wiebke obstbäume hecken sind wichtig für singvögel..sie picken bei mir die vielen schadinsekten..

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    1. Da hast du recht, es gibt einiges zu beachten bei den Rosen. Bei dir sind aber auch optimale Standortbedingungen für Rosen, das macht schon vieles leichter. Bei mir im Garten mit viel Schatten, wenig Wind muss ich schon sehr auf die Sorten achtgeben. LG Arlene

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