„Unkraut“ als Bodendecker

Ich bin da so im Zwiespalt, einerseits als Naturliebhaber würde ich am liebsten alles wachsen lassen. Jedes Kräutlein, jedes Pflänzchen. Wenn ich aber ein gestaltetes Zierbeet oder Gemüsebeet haben möchte, kann ich nicht einfach alles wachsen lassen, denn dann wäre es kein Garten mehr und ich könnte auch nichts ernten.

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Schöllkraut

Es gibt für mich im Garten verschiedene Unkrauttypen. Zum einen z.B. die Ackerwinde die zwar wunderschön blüht aber in einem Beet keinen Sinn macht denn ihre Dominanz würde alles zuwuchern wenn nicht sogar den ganzen Garten. Eine äußerst schwierige Entfernung denn jedes kleinste Wurzelstückchen treibt wieder aus, erschließt metertief den Boden und nur durch konsequent jahrelanges nachgraben und entfernen kann das Beet frei gehalten werden.

Jeder kennt das Indische Springkraut ein Neophyt das keinen Sinn macht wenn wir unseren Garten damit zuwuchern lassen usw.

Bei der Grösse meines Gartens schaffe ich es eh nicht, dass in allen Ecken alles gepflegt ist. Wenn ich hinten noch nicht fertig bin müsste ich schon längst vorne wieder beginnen. Also setz ich je nach Jahreszeiten Prioritäten und arbeite nicht gegen die Natur sondern mit ihr.

Und so hab ich mit dem einen oder anderen „Unkraut“ einen Pakt geschlossen. Es wurde bei mir zum gewollten Bodendecker oder Zierpflanze erkoren.

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Wilde Erdbeere

Bevor die wilden Erdbeeren alles zuwuchern ist dieser Bereich ein Feld aus Frühlingsknotenblumen. Jetzt können sich diese in Ruhe zurückziehen und Kraft für den kommenden Spätwinter sammeln. Später im Jahr wenn alles unschön ist, wird gemäht und mehr ist nicht zu tun.

Im Farngarten wächst eine Krautschicht die aus vielen heimischen Pflanzen besteht, einschließlich der Giersch das ebenfalls ein gefürchtetes Unkraut im Garten ist.

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Farngarten mit Bärlauch, Giersch und vielen anderen Wildpflanzen

Die Einstellung zu „Unkräutern “ muss nur eine andere sein. Ich muss nicht gegen jedes Unkraut „kämpfen“, ich möchte mit der Natur leben.  Wer die richtigen Voraussetzungen im Garten hat kann damit gestalten.

Mit Sicherheit habe ich auch Besucher in meinem Garten die sagen: „oh wie schrecklich, alles Unkraut“. Ich sehe darin wunderbare Bodendecker!

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16 Gedanken zu “„Unkraut“ als Bodendecker

    1. Das ist genau mein Ansatz, in die „wilde Natur“ nur kontrollierend einzugreifen und dabei schöne Gartenbilder zu schaffen. Leider hab ich keine Schaumblüte im Garten, das ist aber eine gute Anregung. Danke und LG Arlene

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  1. gute anregung danke, ich habe extra minzen in großer vielzahl gekauft und die umsorgen nun meine obstbäume , dazu liebe ich auch das schöllkraut, ,einige große bereiche auf unserem hof,da sind brennesseln bewusst reichlich, aber nur da wo meine enkel und ich gehen, da merze ich sie aus.. schönes beiwerk sind auch alanth, total schneckenfest und beinwell in dieversen formen.. dazu vergißmeinnicht ,da lege ich die saatstände gerne an immer neuen plätzen aus.. ebenso skilla unter bäumen und sträuchern, gut geht auch akelei..also da denke ich ähnlich..liebe grüße wiebke

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    1. So wie sich das anhört hast du auch einen großen Garten und da wird man erfinderisch die Pflanzen zu vermehren. Ich mach es genau so, ich verstreu auch die Samen wo ich sie haben möchte und dann ist es immer spannend was kommt und was nicht. Gartlerische Grüße Arlene

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      1. ja ich habe eigentlich eher große bereiiche auf unserem bauernhof mit nutzgehölzen und dazu überall wilde ecken..früher auch stauden, aber nun eher obstbäume und sträucher und rosen..dazu ein gewächshaus und hochbeet.. aber ich halte ca einen halben hektar fläche in zaum..und da mein mann zu krank geworden ist, habe ich entschieden..ich pflanze obst bäume sträucher und habe rasenwege. und dazu im frühjahr unendlich viele frühlingsblumen aber sommerstauden gab ich nun ab..zu viele schnecken aber dafür vermehre ich alles was schnecken nicht mögen..spannend mein blog https://verwebt.wordpress.com/ gruß wiebke

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      2. Hallo Wiebke, das hört sich sehr schön an dein Garten. Ich versuch auch meinen grossen Garten pflegeleichter zu gestalten! Weniger Töpfe, unkomplizierte Pflanzen usw.
        LG Arlene

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  2. Der Begriff „Unkraut“ steht ja im Sinne des Betrachters ;-). Giersch ist wirklich lästig und dagegen ist kein Kraut gewachsen, je mehr man dagegen angeht, umso wilder wächst es..Das Abmähen ist eine „ordentliche“ Lösung und somit ist wohl allen geholfen ;-). Ich versuche den Giersch wenigstens etwas einzudämmen, da er mir ansonsten Waldmeister und Bärlauch überwuchert. LG Birthe

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    1. Das stimmt! In den geordneten Bereichen und Staudenbeeten versuch ich die „Unkräuter“ auch zu unterdrücken, so weit es möglich ist. Und ansonsten arrangier ich mich mit dem einen oder anderen „Unkraut“ 😉
      LG Arlene

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  3. Also wir haben die Wilden Erdbeeren anfangs auch stehen gelassen. Dann haben sie aber angefangen alles zu töten. Sogar den Storchenschnabel. Mit Giersch haben wir inzwischen keine Probleme mehr. Der hat es mit der Angst zu tun bekommen, seit wir ihn als Salat essen 😀
    LG Florian

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    1. Hallo Florian, das stimmt, die Wilden Erdbeeren sind äußerst dominant. Bei meinem Fleck sind sie optimal denn sie unterdrücken alles andere und ich hab keine Arbeit mit anderem Unkraut. Ich verwende die „Unkräuter “ vor allem dort als Bodendecker das sonst so schlampige Ecken im Garten wären. Oh je, da ess ich noch zu wenig Giersch 😉
      LG Arlene

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  4. Ich mag keine zu geschniegelten Gärten und finde besonders den Kontrast zwischen ‚wild‘ und ‚gepflegt‘ im Garten spannend. Deine sogenannten Unkrautecken finde ich absolut charmant und gelungen 🙂

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  5. Gut, nach dieser Definintion ‚… kann ich nicht einfach alles wachsen lassen, denn dann wäre es kein Garten mehr und ich könnte auch nichts ernten‘ – haben wir keinen Garten mehr. Denn aus diversen Gründen – z.B. den gefräßigen Nacktschnecken und der sich im Laufe der Jahre verändernden Standortbedingungen können wir schon lange so gut wie nichts mehr ernten bzw. überlassen die Reste gern den Tieren. Denn beim Ernten würden wir sonst auch zu viel Schaden im ‚Garten‘ anrichten …
    Aber wie ich hier lese, ist es ab einer bestimmten Gartengröße bzw. Zeitmangel wohl auch das Problem einen handhabbaren Kompromiss zwischen Naturwildwuchs und ansehnlichen großzügigen Flächen zu schaffen.
    Witzig, dass die Erdbeeren hier die Eroberer sind. Zwar toben sie bei uns auch noch in vielen Bereichen durch den Garten, aber sie wurden vom Waldmeister aus dem ehemaligen Erdbeerfeld vertrieben und waren dann vor ca. 10 Jahren vor ihm ständig auf der Flucht. So um 2009 bestand die Fläche unter den Obstbäumen im Mai fast nur noch aus Waldmeister, doch der kann sich jetzt kaum noch gegen die Steinsame und den Beinwell behaupten. Die sind jetzt unser neues ‚Unkraut‘.
    Die hier gezeigten Flächen finde ich spannend, da werde ich mal nach und nach die Post nachlesen …
    VG Silke

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    1. Hallo Silke,
      da hast du recht, das wird erst die Zeit bringen ob sich die wilden Erbeeren auf Dauer durchsetzen. Aber solange bin ich froh darüber 😉
      Nacktschnecken sind bei meinem Garten auch ein grosses Thema. Blattsalat gibt es schon lange nicht mehr. Aus diesem Grund hab ich z.B. meinen Gemüsegarten vor allem zu einem Kräutergarten mit Duftrosen umgestaltet usw.
      Ich versuch halt aus den Gegebenheiten das beste zu machen!
      LG Arlene

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