Eines der besten Gartenfarne – Gemeiner Wurmfarn

Jetzt ist es wieder soweit, die Farne entrollen sich. Ein Schauspiel auf das ich mich jedes Jahr wieder freue. Der Gemeine Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) zeigt sich im Frühjahr von einer interessanten und geheimnisvollen Gestalt.

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Trockene braune „Spreuschuppen“

Das Rhizom, der untere Teil der Blattspindel und die jungen eingerollten Blätter werden von trockenen braunen „Spreuschuppen“ eingehüllt und dient als Verdunstungs- und Wärmeschutz zugleich. Sieht wie ein wärmendes Fell aus, fühlt sich aber eher pergamentartig an. Der Farn ist eine winterkahle Rosettenpflanze und kann in seinem Rhizom Öl und Zucker speichern.

In frischen und nährstoffreichen Wälder und Gebüschen fühlt sich diese Schattenpflanze am wohlsten. Obwohl bei ausreichender Feuchte im Boden, so wie in meinem Garten wächst das Farn auch in fast voller Sonne zu wunderschönen Pflanzen. In den naturnahen, schattigen  Bereichen im Garten habe ich  größere Flächen in der im Sommer der Farn eine dominante Stellung einnimmt und mir einer der liebsten Plätze im Garten ist. Normalerweise lässt man zum Winter die erfrorenen Blätter am Boden liegen sowie es in der Natur auch ist und reichert somit den Boden mit Humus an. Nur an den Wegen entlang, entferne ich sie im Garten damit es nicht so „unordentlich“ aussieht.

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Der Farn ist giftig durch ein in den Exkretzellen der Rhizome und Blattstielbasen befindliches, offenbar auf die Gattung beschränktes Gemisch von Buttersäure-Phloroglucin-Verbindung (Filisin) und ist besonders schädlich für niedere Tiere. Deshalb wurde das Rhizom bereits im Altertum als Mittel gegen Würmer und anderem Geziefer das sich im menschlichen Körper befinden kann verwendet. Wird aber wegen der Gefahr der Vergiftung bei Überdosierung nicht mehr eingesetzt. In Imkerkreisen wird deswegen auch manchmal empfohlen das Farn als Abdeckung in den Kästen zu nehmen als Gegenmittel der Varroamilbe. Ich habs bei meinen Bienenkästen versucht, hab aber leider keine Wirkung bemerkt aber auch keinen Schaden.

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Der Name Farn leitet sich wahrscheinlich von der früheren Verwendung als Streu für Rinder (=Farren) ab. Im Aberglauben hatte die Pflanze eine grosse Bedeutung, die in der Johannisnacht gesammelten „Farnsamen“ auf der Unterseite der Pflanze sollten angeblich unsichtbar machen und gegen „Hieb und Stich“ feien.

Einen schattigen Garten ohne Farne kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Der Gemeine Wurmfarn gehört für mich zu einer meiner Lieblingspflanzen. Bleibt lange bis in den Winter grün, fällt erst nach den ersten starken Frösten zusammen im Gegensatz zu manch anderem Gartenfarn. Unkompliziert, wüchsig aber wuchert nicht, wunderschön, die Rehe und Schnecken haben ihn auch nicht auf ihrem Speiseplan, braucht nie aufgenommen und neu gepflanzt werden sondern fühlt sich Jahrzehnte am selben Platz wohl, rundum eine perfekte Schattenstaude.

 

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4 Gedanken zu “Eines der besten Gartenfarne – Gemeiner Wurmfarn

  1. So einen Farn habe ich von dem, (einzig) lieben Obmann geschenkt bekommen, er wächst unter meinem Apfelbaum zwischen Giersch und Co.
    Ich mag ihn auch gerne, er ist mein Schattenunkraut!
    Die Samen werde ich wohl in Zukunft sammeln, damit ich mich unsichtbar machen kann, wenn wieder jemand über meine Art zu gärtnern hetzt! ;D

    Grüne Grüße
    Mion

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