Ein Bach, eine Pflanzenentdeckung und der Klimawandel

Cirka 50m neben unserem Haus läuft ein kleiner Bach entlang und hin und wieder klettere ich zum Ursprung dieser Quelle hoch. Bis in die 1980er Jahre war diese Quelle unser Trink- und Brauchwasser. Erst dann wurde unser Haus an die gemeindliche Wasserversorgung angeschlossen. Über Mooswege und Pfade die auch die Rehe benutzen gehts bergauf.

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Hier sammelt sich das erste Wasser

Aus den umliegenden Feldern und Wiesen sammelt sich ganz oben am Hang  dann das erste Wasser im Wald. Ganz langsam fliesst es durch Brombeergestrüpp bergab.

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Nach 50m ist bereits ein kleines Bächlein entstanden

Der Weg hier oben ist etwas beschwerlich, teilweise kriech ich auf allen Vieren rum und verhackel mich in stacheligen Gestrüpp. Das ist auch der Grund warum sich hier keine Menschenseele verirrt und die Natur ganz ungestört bleibt. Mich interessiert hier vor allem wie sich die Vegetation entwickelt. Welche Pflanzen entdecke ich, verschwinden oder etablieren sich gut. So hab ich doch tatsächlich gestern eine Pflanze hier neu entdeckt. Ich kenne sie von den Alzauen aber dass sich hier ein so grosses einzelnes Exemplar angesiedelt hat überrascht mich doch. Da freut sich mein botanisches Entdeckerherz.

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Schuppenwurz – Lathraea squamaria

Die Schuppenwurz, ein chlorophyllfreier Vollschmarotzer mit bemerkenswerter Lebensweise ist es wert, dass ich darüber irgendwann ein eigenes Porträt mal schreibe.

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Hohler Lerchensporn – Corydalis cava

Hier oben im Wald dringt kaum ein Zivilistionsgeräusch vor und man ist ganz allein mit dem Bachgemurmel und dem Gezwitscher der Vögel. Im Frühjahr ein magischer Ort.

Dann geht es wieder bergab, von beiden Seiten sickert immer mehr Wasser dazu, der Bach wird breiter und nimmt ein beträchtliches Gefälle an.

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Seit den letzten Jahren gibt es auch bei uns immer stärkere Regenfälle , wobei dieser Bach dann gewaltige Ausmaße annehmen kann. Die Felsbrocken werden an neue Plätze verschoben und das Bachbett verändert immer wieder seine Form. Früher waren links und rechts vom Bach Bäume mit armdicken Lianen, für uns Kinder damals ein traumhafter Abenteuerspielplatz. Jetzt sieht man ein fast vegetationsfreies Gelände, das durch die Erodierung entstanden ist und macht sich Gedanken über den Klimawandel und seine Folgen, direkt vor der eigenen Haustüre.

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2 Gedanken zu “Ein Bach, eine Pflanzenentdeckung und der Klimawandel

  1. Die Welt, die Natur ist von jeher, stets, im Wandel. Unsere Erde durch lebte schon immer klimatische Veränderungen. Es gab kälter Perioden und es gab auch schon heißere Perioden. Die Klimazonen verschoben sich auch schon, immer. Afrika, soll vor viel, vielen Perioden, grün und vegetativ gewesen sein, wenn ich richtig informiert bin, kann nur die Sonne unser Klima beeinflussen. Es liegt nicht in der Hand der Menschen, wie sich das Klima verändert. Aber für unser Wohl ist es besser, unsere Natur vor Verschmutzung zu schützen, damit sie jeder unberührt genießen kann.

    Schöner Beitrag, wunderschöne Bilder. Ich liebe den Wald.
    Freue mich schon auf den Beitrag über Schuppenwurz, interessante Pflanze.

    Grüne Grüße
    Mion

    Gefällt mir

    1. Danke für deine Gedanken zu diesem Beitrag. Über die Schuppenwurz werd ich bald ein Porträt schreiben, denn sie lässt sich auch nur in den nächsten Wochen beobachten und dann verschwindet sie wieder für ein Jahr oder länger bis sie sich wieder sehen lässt.
      Liebe Grüße Arlene

      Gefällt 1 Person

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